Hamburg /Schwerin Zu Weihnachten und Silvester sind bis auf ein Schiff alle Fahrzeuge der deutschen Hochseefischereiflotte wieder zu Hause. „Zum ersten Mal bleibt ein Schiff über den Jahreswechsel vor der afrikanischen Küste“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter.

Es sei auf Sardinenfang, und dafür gebe es ab Januar eine neue Lizenz. Die 45 Seeleute an Bord würden jedoch ausgetauscht, sodass sie eines der beiden Feste zu Hause erleben könnten.

Die anderen sieben Schiffe seien spätestens am 23. Dezember im Hafen. Insgesamt sind dem Verbandsvorsitzenden zufolge auf den acht Schiffen der deutschen Hochseeflotte 335 Seeleute beschäftigt.

Die Hochseefischerei ist in diesem Jahr mit dem wirtschaftlichen Ergebnis sehr zufrieden. „Wir haben für unsere Fänge gute Erlöse erzielt“, sagte Richter, der hauptamtlich Geschäftsführer der Doggerbank Seefischerei GmbH in Bremerhaven und der Euro-Baltic Fischverarbeitung in Sassnitz-Mukran auf Rügen ist. Der gesamte Fang sei ausschließlich für die menschliche Ernährung vermarktet worden, so gut wie nichts wurde zu Fischmehl verarbeitet. Das liege daran, dass nur sehr wenige zu kleine Fische als sogenannter Beifang in die Netze gingen. Das liege an verbesserter Fangtechnik durch angepasste Maschengrößen, eine jahreszeitlich gute Abstimmung und die richtige Fangtaktik. „Nachhaltigkeit hat oberste Priorität. Das haben wir sehr gut im Griff“, sagte Richter.

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80 Prozent der gesamten Anlandungen von Kabeljau, Schellfisch und Seelachs, Hering, Makrele und Blauem Wittling aus europäischen Gewässern hätten das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei. „Das ist in Europa ein Spitzenwert“, versicherte Richter. Mit Blick auf das Jahr 2018 sagte er, die Hochseefischer seien prinzipiell zufrieden. „Mit den uns zur Verfügung stehenden Quoten haben wir die Möglichkeit, die Flotte das ganze Jahr über einzusetzen“, sagte Richter. Zwar sei die Fangquote für Makrelen um 20 Prozent geringer als 2017, doch das Plus von 25 Prozent beim Hering gleiche die Verluste ungefähr aus.

In der Grundnetzfischerei gebe es allerdings Quotenverluste von 1000 Tonnen Kabeljau und 200 Tonnen Rotbarsch. „Wir versuchen, das durch eine höhere Wertschöpfung wie hochpreisigere Rotbarschfilets auszugleichen“, sagte Richter. Eventuell könnten international auch Quoten getauscht und der Fischfang dadurch effizienter gestaltet werden.

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