Hamburg /Papenburg /Berne /Lemwerder Die IG Metall Küste fordert mehr feste Stellen und Auszubildende auf den Werften. Zwar sei die aktuelle Zahl der Beschäftigten im Schiffbau gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 18 122 gestiegen, teilte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, am Freitag bei der Präsentation der Schiffbauumfrage in Hamburg mit.

Gerade auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern seien inzwischen doppelt so viele Menschen beschäftigt wie im Jahr 2017. Daran könne man sehen, dass es sich lohne für die Standorte zu kämpfen, sagte Geiken. In Schleswig-Holstein hingegen wurde in den vergangenen Jahren praktisch in allen Werften Personal abgebaut.

Der Schiffbau in Deutschland insgesamt hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, obgleich die Branche weltweit in eine Auftragskrise geraten ist. Das erklären Experten mit der Fokussierung der deutschen Werften auf High-Tech-Schiffe, besonders Kreuzfahrtschiffe, Fähren, Luxusyachten und einige kleinere Spezialsegmente. Die sind auf den Weltmärkten nach wie vor gefragt, während die Bauwerften für Container- oder Massengutschiffe in Asien in die Krise gerieten. Gut im Geschäft sind unter anderem Meyer Werft, Lürssen und Fassmer aus dem Nordwesten.

„Sorge bereitet uns allerdings, dass zahlreiche Werften verstärkt Leiharbeit und Werkverträge nutzen“, sagte Geiken. Der Anteil an Leiharbeit liegt laut der Befragung bei 15 Prozent und er sei damit deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr betrug dieser Wert knapp elf Prozent.

Die Kritik der Gewerkschaft sei wenig konstruktiv, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Reinhard Lüken. Zeitarbeit sowie Werk- und Dienstverträge seien unerlässlich für eine effiziente Produktion in Deutschland. Die Wettbewerbsfähigkeit auf dem ohnehin durch unfaire staatliche Eingriffe verzerrten globalen Markt dürfe nicht gefährdet werden.

Die Gewerkschaft fordert auch mehr Ausbildungsplätze: Die Ausbildungsquote sei erneut gesunken, von 6,2 Prozent im Jahr 2018 auf 5,9 Prozent. Es gebe auch weniger duale Studenten. Dabei werden beinahe alle Azubis übernommen: Die Übernahmequote liege bei 99,2 Prozent.

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An der 28. Schiffbauumfrage beteiligten sich die Betriebsräte von 39 Werften mit insgesamt 18 122 Beschäftigten. Es ging um Arbeitsbedingungen, Auftragslage und Perspektiven im Schiffbau.

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