DELMENHORST „Wir haben jetzt die Chance, dieses Juwel nach vorne zu bringen“, sagte WfD-Ratsfrau Hella Plehnert. Andere äußerten sich ähnlich. Weitere Grundsatzdiskussionen über die spätere Nutzung der Markthalle zu führen sei nicht zielführend, hieß es am Donnerstag von vielen Seiten im Wirtschaftsausschuss. Man habe schon viel zu viel Zeit verloren, meinte Gerold Heidberg (UAD).

Wie berichtet, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Markthalle nach der denkmalgerechten Sanierung zu einer kleinen Veranstaltungshalle für eine multifunktionale Nutzung umzubauen. Die Markthalle später gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung als Handelsplatz für Fisch, Fleisch, Käse und Gemüse zu nutzen war für die Verwaltung keine Option. Auch nicht die Idee, sie an Einzelhändler zu vermieten. Vor wenigen Tagen hatte sich mit dem Biobauern Martin Clausen ein Interessent für eine derartige Nutzung bei der Stadt gemeldet. Erster Stadtrat Gerd Linderkamp bezweifelte allerdings die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Konzepts. „Kann ein Lebensmittel-Einzelhändler 15 bis 17 Euro Miete pro Quadratmeter tragen?“, fragte er in die Runde. „Wenn nicht, hätten wir ein Problem mehr!“ Linderkamp weiter: „Die Markthalle ist ein Baudenkmal. Wir müssen dieses Gebäude erhalten, egal ob wir wollen oder nicht.“ Sogar die Grünen-Ratsfrau Marlis Düßmann war gegen Clausens Biomarkt-Pläne: „Wir wollen eine Belebung der Innenstadt, vor allem auch abends. Deswegen ist ein Veranstaltungszentrum das Richtige.“

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Allein auf weiter Flur stand die SPD mit ihrer offenkundigen Sympathie für den Biobauern. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass es eine Alternative gibt“, sagte etwa Gerjet Boom. Christian Nowara stellte das Nutzungskonzept für die Halle für Ausstellungen, kleine Messen, Kultur, Sport und Ähnliches generell infrage: „Alle vorgeschlagenen Veranstaltungen könnte man auch woanders machen“, sagte der SPD-Ratsherr.

Nach einer erregten Diskussion, die Ratsfrau Ingeborg Hübscher (Liberale) per Antrag beenden ließ, sowie einer von den SPD-Mitgliedern beantragten Sitzungsunterbrechung zwecks Beratung kam es doch noch zu einem einstimmigen Beschluss: Bei einer Enthaltung von Christian Nowara billigten die Ausschussmitglieder den Vorschlag der Verwaltung. Er beinhaltet eine Aufhebung der bisherigen Beschlüsse zum Betrieb und zur Nutzung der Markthalle. Das letzte Wort nahm sich Gerjet Boom: „Unser Anliegen war es nicht zu bremsen“, meinte er. Die Alternativen hätten besser noch einmal genau geprüft werden müssen, fand er. Eine Entscheidung hätte man dann im Verwaltungsausschuss treffen können. Das nichtöffentliche Gremium tagt am 23. Februar. Am 1. März soll die Markthalle dann Thema im Rat sein.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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