Frankfurt Die deutsche Autoindustrie lehnt es weiterhin ab, ältere Diesel-Fahrzeuge mit baulichen Veränderungen sauberer zu machen. Die Hersteller werden ihre beim Diesel-Gipfel gegebenen Zusagen zu Software-Nachrüstungen erfüllen, erklärte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, am Montag vor der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) (14. bis 24. September). Änderungen der Fahrzeug-Hardware seien bei einer Vielzahl von Modellen nicht möglich, sagte Wissmann, der zudem auf mögliche technische Probleme und lange Genehmigungsverfahren hinwies.

Der Verband will bei der IAA den „Megatrend“ der Digitalisierung zeigen. Allein in das vernetzte und automatisierte Fahren investiere die deutsche Industrie bis zum Jahr 2020 zwischen 16 und 18 Milliarden Euro, in alternative Antriebe im selben Zeitraum rund 40 Milliarden Euro. Die Zahl der Elektromodelle deutscher Hersteller werde sich von heute 30 auf 100 mehr als verdreifachen.

Laut VDA sind bei dieser IAA 994 Aussteller vertreten, rund 100 weniger als bei der letzten Ausgabe im Jahr 2015. Bei der Sonderschau „New Mobility World“ sind auch zahlreiche IT-Anbieter vertreten. Gezeigt werden dem Verband zufolge 363 Innovationen, darunter 228 Weltpremieren. Beides sind dem VDA zufolge Rekordwerte.

Die Preise für Diesel-Gebrauchtwagen werden nach Einschätzung des Marktbeo­bachters Schwacke weiterhin deutlich unter Druck stehen. Sinkende Nachfrage seitens der verunsicherten Kunden und ein steigendes Angebot insbesondere aus den Flotten der Unternehmen werden weiter zu sinkenden Restwerten führen, berichtete der Dienstleister am Montag im Vorfeld der IAA.

Umgekehrt steigen die im Angebot knappen Benziner bei steigender Nachfrage im relativen Wert, erwartet Schwacke. Hier sei aber immer die Relation zu derzeit recht günstigen Neuwagen zu beachten, die von den Herstellern unter anderem über hohe Abwrackprämien angeboten werden.

Den Schwacke-Analysen zufolge haben gebrauchte Diesel seit Bekanntwerden der Diesel-Affäre im September 2015 rund 2,2 Prozent an Wert verloren. Der Index-Wert für gebrauchte Benziner stieg hingegen um 5,3 Prozent. Mit 105 Tagen stehen Diesel-Autos derzeit im Schnitt 25 Tage länger beim Händler als die Benzin-Modelle.

Unterdessen nutzten wie üblich Autobauer die Aufmerksamkeit rund um IAA als Plattform für die Verkündung ihrer Pläne. Beispiel vom Montag: Daimler will in seiner Autosparte Mercedes-Benz wegen hoher Entwicklungsinvestitionen Milliarden an Kosten sparen. „Um sicherzustellen, dass wir so profitabel bleiben wie wir sind, haben wir ein neues Programm aufgelegt, das uns einen Schub von zusätzlichen vier Milliarden Euro über die kommenden Jahre bringen soll“, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche. Elektroautos hätten zumindest am Anfang eine deutlich geringere Gewinnmarge, sagte Spartenfinanzchef Frank Lindenberg.

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