Hamburg/Schwerin (dpa) - Die deutsche Hochseefischerei hat ihre Fangflotte verkleinert und modernisiert: In diesem Jahr sind zwei neue Trawler in Betrieb gegangen, wie der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter, berichtet.

Sie ersetzen bei der Deutschen Fischfang Union Cuxhaven zwei Schiffe aus den 70er und 80er Jahren. "Die Investition hat schon im ersten Jahr gezeigt, dass sie sich lohnt", sagte er.

Vor allem hätten sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Besatzungen verbessert, aber auch die Leistungsfähigkeit in der Produktion. "Wir können schneller und flexibler auf den Markt reagieren." So könnten mehr Produkte an Bord hergestellt werden, etwa Filets. Die Fischabfälle würden sofort zu Fischmehl und -öl verarbeitet. "Wir haben fast eine 100-prozentige Auslastung des Rohstoffs", sagte Richter.

Ein weiteres in die Jahre gekommenes Schiff - es gehörte der Doggerbank Seefischerei GmbH - ist in diesem Jahr nach Russland verkauft worden. "Der Verkauf war unter anderem ein Vorgriff auf die Quoten für 2019", sagte Richter. Die Höchstfangmengen für Schwarmfische werden 2019 drastisch gesenkt, das Schiff wäre nicht mehr ausgelastet gewesen. Personal sei nicht abgebaut worden. "Es gab keine betriebsbedingten Entlassungen", versicherte Richter. Bei der deutschen Hochseeflotte seien 335 Seeleute beschäftigt - auf jetzt noch sieben Fang- und Verarbeitungsschiffen. Fünf davon seien sehr modern, zwei weitere Fahrzeuge aus den 80er und 90er Jahren müssen noch ersetzt werden. Alle Investitionen seien zu 100 Prozent eigenfinanziert. Die Höhe der Investitionen wollte Richter nicht nennen.

Mitte Dezember beschloss die EU Quotenkürzungen für die Nordsee und den Nordost-Atlantik, darunter von Brotfischen wie Hering, Makrele und dem Blauen Wittling. "Im nächsten Jahr wird die Heringsquote in der Nordsee für Deutschland um 40 Prozent, die Makrelenquote um 20 und die Quote für Blauen Wittling um 17,6 Prozent gekürzt", sagte Richter. Als Reaktion darauf soll die Fernfischerei verstärkt werden, unter anderem im Nord- und Südpazifik. Ein Schiff fange vor der afrikanischen Küste Sardinen.

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Richter zufolge sind die Aktivitäten für einen nachhaltigen Fischfang verstärkt worden. Den Bestandsschutz gewährleisteten die Fischer entsprechend der Vorgaben - durch die Einhaltung der Fangquoten und durch schonende Fangsysteme. Größere Maschenweiten führten dazu, dass nur sehr wenige zu kleine Fische als Beifang in die Netze gehen. Beifänge müssen an Land gebracht werden, sie dürfen nicht zurückgeworfen werden.

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