Oldenburg Der freie Handel benötigt ständig einen Anschub, sonst drohten Rückfälle. In dieser Hinsicht müsse Europa künftig mehr Verantwortung übernehmen, wenn die USA in der Ära Trump nicht mehr die treibende Kraft seien. Dazu riet Professor Henning Klodt. Der Leiter des Zentrums Wirtschaftspolitik am Institut für Weltwirtschaft (IfW/Kiel) sprach bei einer Versammlung des Exportleiter-Kreises der Oldenburgischen IHK. Klodt erwartet mehr bilaterale Verträge zwischen Staaten.

Vom künftigen US-Präsidenten Trump bleibe „abzuwarten, was konkret kommt“. Der Wirtschaftsforscher rechnet eher damit, dass „nicht alles so heiß gegessen wie gekocht wird“, schon wegen der „Checks and Balances“ in der politischen Entscheidungsstruktur in Washington. Zugleich würden wohl Entwicklungen beschleunigt, die schon vorher angelegt waren – etwa zum Denken „America first“, mehr Protektionismus, höheren Staatsausgaben und steigenden Zinsen.

Oder auch mehr Fracking. Dies sei geostrategisch kaum zu überschätzen: Das Interesse der USA an der Ölregion Nahost lasse damit nach.

Zum Handel zwischen den USA und Europa meinte der Professor relativ entspannt: „Er ist relativ frei und wird auch frei bleiben.“

Nicht nur die USA sind im Blick des deutschen Außenhandels. „Spannende Zeiten“ – so fasste Malte Smolna (Cetex Rheinfaser/Ganderkesee) als Vorsitzender des Exportleiter-Kreises die Lage angesichts der zahlreichen Probleme rund um den Globus zusammen. Rund 30 Export-Fachleute aus regionalen Unternehmen kamen zur Versammlung.

Für die Türkei erwartet Jan Nöther von der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer den Weg in eine „präsidiale Demokratie“. Der Ausnahmezustand werde 2017 beendet werden. Die Wirtschaft sei von der aktuellen politischen Entwicklung „weitgehend unberührt“, meinte Nöther. Allerdings würden sich z.B. Importe durch den Verfall der Währung drastisch verteuern. Unternehmen, die Kunden in der Türkei haben, riet Nöther, die „Zahlungsmodalitäten zu überprüfen“. Partner könnten versuchen, Zahlungen zu strecken. „Schauen Sie auf die Bonität“, lautete der Rat.

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Generell stehe die deutsch-türkische Wirtschaftspartnerschaft auf starken Füßen. Die Rechtssicherheit habe sich nicht verändert. Es gebe „keine Klage vor unserem Schiedsgericht“. Er habe Kenntnis von fünf deutschen Unternehmen, bei denen Mitarbeiter im Gefolge des Putsches Maßnahmen des Staates zu spüren bekommen hätten, darunter „ein größeres Unternehmen aus Oldenburg“.

Bei der EWE waren, wie berichtet, einige Mitarbeiter von Tochterfirmen aus ihren Positionen entfernt worden. Einem Unternehmer im Exportleiterkreis waren die Ausführungen Nöthers „zu positiv“.

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