CLOPPENBURG /OLDENBURG CLOPPENBURG/OLDENBURG - Wettbewerbsfähige Energie wird zum Schlüsselfaktor für Produktivität und Wachstum, darin waren sich die Experten einer Podiumsdiskussion in Cloppenburg über die Energietechnologie der Zukunft einig. Wie diese wettbewerbsfähige Energie der Zukunft allerdings aussehen könnte, darüber gab es im „Wirtschaftsforum Nordwest“ des Vereins „Gedankenplatz“ aus Oldenburger konträre Meinungen.

Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Energieversorgers EWE AG sieht aufgrund des drastischen Bevölkerungsanstiegs und einer zusätzlichen Nachfrage nach Primärenergie von über 60 Prozent bis 2030 das größte künftige Problem im Klimaschutz. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, gehe an einem intelligenteren Energiemanagement und alternativen Energiequellen, etwa Brennstoffzellen, kein Weg vorbei.

Den Blick auf effizienteres Energiemanagement richtete Christian Hellberg von der Underground Engineering GmbH aus Bad Zwischenahn. Er verwies auf moderne Speichertechnologien wie das Druckluftspeicherkraft in Huntorf bei Elsfleth, welches es ermögliche, Spitzenlasten abzudecken.

Einen „gesunden Energiemix“ statt die Konzentraion auf einzelne Energieträger forderte Dr. Gerhard Schories vom Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven. „Wir werden nicht auf fossile Energieträger verzichten können, aber wir müssen sie verringern“, sagte Schories. Skeptisch betrachtet er dabei aber den Bau von Offshore-Windanlagen. Neben dem Problem der unregelmäßigen Verfügbarkeit sei es auch schwierig, die Energie ohne große Verluste von der See an Land zu bekommen.

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Der Cloppenburger Landrat Hans Eveslage plädierte für regenerative Energien, die unabhängig von Wind und Sonne nutzbar sind – etwa Biogasanlagen. In seinem Landkreis befinden sich allein 88 der 500 Anlagen, die in Niedersachsen betrieben werden. Gerade aufgrund der hohen Dichte trete aber in seinem Landkreis auch eines der Hauptprobleme des Biogases – der hohe Flächenbedarf von 200 bis 250 Hektar je Anlage – besonders deutlich zutage, weshalb er zumindest in seinem Kreis eine Sättigung erreicht sieht.

Heiner Bröring, Geschäftsführer der H. Bröring GmbH in Dinklage, sieht den Bau von Biogasanlagen auch aus regionaler Sicht sehr skeptisch. Aufgrund der hohen Subventionen durch die Einspeisvergütungen berfürchtet er strukturelle Verwerfungen, die zulasten der regional bedeutsamen Lebensmittelerzeugung gehen könnten. „Wir sollten unsere Stärken stärken und nicht unsere Stärken schwächen“, sagte Bröring.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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