OSNABRÜCK /RHEINE Mit großer Besorgnis ist die Nachricht vom geplanten Stellen-Kahlschlag beim Fahrzeugbauer Karmann in Osnabrück aufgenommen worden. In Deutschland soll etwa jede 3. der 5000 Stellen gestrichen werden. Für 2009 schließt das Unternehmen, das mit dem legendären Karmann Ghia und als Hersteller des VW Käfer Cabriolets Weltruf errungen hatte, auch eine komplette Aufgabe des Unternehmensbereichs Fahrzeugbau nicht aus.

Sollte sich die Unternehmensleitung Mitte nächsten Jahres wegen anhaltender Auftragsflaute zu diesem Schritt entschließen, müssten weitere rund 800 Karmann-Mitarbeiter gehen. Nach Angaben des Sprechers der Karmann-Geschäftsführung, Peter Harbig, würden in diesem Fall noch einmal 35 bis 40 Prozent Umsatz wegbrechen.

Um den Fahrzeugbau wirtschaftlich zu betreiben, müssten Aufträge für 40 000 Autos pro Jahr eingehen. In diesem Jahr werden bei Karmann mehr als 30 000 Komplettfahrzeuge gebaut. 2004 waren es noch 93 630.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) appellierte an die deutschen Autohersteller, die „Innovationsschmiede“ Karmann zu sichern. Er sagte: „Das Land ist vor dem Hintergrund der großen Strukturumbrüche bereit, mit erheblichen Mitteln die Weiterqualifizierung und Vermittlung der Beschäftigten in andere Arbeitsplätze zu fördern.“

Ein Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sagte, Minister Walter Hirche (FDP) wolle Gespräche über Aufträge intensivieren. Man sei skeptisch, ob es kurzfristig gelinge, dass Karmann neue Aufträge erhalte.

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Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen kritisierte Wulff. Mit Blick auf die Beteiligung des Landes an Volkswagen sagte Dudenhöffer, der Ministerpräsident habe es bisher nicht geschafft, dass Karmann von VW einen Auftrag erhalte, etwa den Bau des auf der IAA von Karmann als Konzeptstudie vorgestellten Polo Cabrio. Dies wäre eine „niedersächsische Lösung“ sagte Dudenhöffer.

Die IG Metall reagierte überrascht auf die Pläne. Der 1. Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Osnabrück und Karmann-Aufsichtsrat, Hartmut Riemann, nannte die Nachricht „einen heftigen Schlag“ für die Belegschaft.

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