Billund (dpa) - Der dänische Spielzeughersteller Lego hat sich wieder gefangen. Nach einem Einbruch 2017 erwirtschaftete der Bauklötzchen-Riese im vergangenen Jahr einen Gewinn von 8,1 Milliarden Kronen (rund 1,08 Mrd. Euro), wie der Konzern mitteilte.

Das waren 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg demnach im Vergleich zu 2017 um vier Prozent auf 36,4 Milliarden Kronen (4,88 Mrd Euro).

Die weltweiten Verkaufszahlen seien um drei Prozent gesteigert worden, der Marktanteil sei entgegen dem internationalen Trend in der Spielzeugbranche auf allen großen Märkten gewachsen. "Wir haben ein Ziel für 2018 ausgegeben, das Geschäft zu stabilisieren. Wir sind erfreut, das erreicht zu haben", sagte Lego-Chef Niels Christiansen.

Während Lego in etablierten Märkten wie den USA und Westeuropa leicht zugelegt habe, habe man in China ein zweistelliges Wachstum erzielt. "China wächst an Bedeutung für die Gesamtheit und ist in zunehmendem Maß ein Wachstumstreiber", sagte Christiansen.

In der Volksrepublik gebe es 200 Millionen Kinder, der Lebensstandard wachse. Für diesen Markt habe Lego einige speziell chinesische Produkte entwickelt, die sehr positiv angenommen worden seien. Weitere Investitionen sollten nun dafür sorgen, dass Lego viele weitere Kinder in aller Welt mit seinen Produkten erreiche, etwa im Nahen Osten und in Indien. Allein in China sollen 2019 insgesamt 80 neue Läden eröffnet werden.

Die Situation von Lego in diesen Ländern sei eine andere als etwa auf dem deutschen Markt, sagte Christiansen der Deutschen Presse-Agentur. "In Deutschland haben im Grunde alle Eltern schon mit Lego gespielt. In Nordafrika, dem Nahen Osten und Indien ist die Situation da anders." Lego investiere deshalb, um seinen Markennamen aufzubauen.

Die Dänen haben 2018 nicht nur auf neue Märkte geschaut, sondern angesichts der Konkurrenz durch IT-Angebote für Kinder auch versucht, selbst digitaler zu werden. Während Klassiker wie Lego City und Lego Technic demnach weiter zu den Verkaufsschlagern zählten, nahm der Konzern neue Produkte ins Sortiment auf, die den traditionellen Lego-Stein mit digitalen Spielformen verknüpfen. Auch an den unentwegt wachsenden Online-Handel will sich Lego anpassen.

Der wichtigste Bestandteil der Firmenphilosophie soll aber weiter klein, bunt und viereckig bleiben. "Das Herz von Lego ist der Stein", versicherte Christiansen. "Mit Lego-Steinen kannst du alles bauen, das du dir vorstellen kannst. Das steht im Zentrum von dem, was wir tun."

Angesichts der technischen Entwicklung könnten sich physische und digitale Spielmöglichkeiten im Kinderzimmer immer stärker vermischen, glaubt Christiansen. "Ich denke, es wird eine Kombination sein. Roboter könnten aus Lego gebaut sein, aber mit einem iPad bedient werden." Kinder betrachteten diese Dinge nicht wie Erwachsene in verschiedenen Kategorien, sondern kombinierten sie einfach, sagte Christiansen.

Der Umsatz von Lego war jahrelang gestiegen. Zwischen 2004 und 2016 versechsfachte er sich, ging 2017 aber um acht Prozent zurück. Der Gewinn war in dem Jahr um 17 Prozent eingebrochen. Auch die besseren Gewinn- und Umsatzzahlen 2018 liegen nun unter dem Niveau von 2016.

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