Oldenburg /Hannover Bei „Flic Flac“ in Oldenburg steht die begehrte Ware gleich an der Kasse: „Fidget Spinner“ – kleine Konstruktionen mit schnell rotierenden Teilen, die zurzeit unter Jugendlichen die Renner sind. Fidget bedeutet so viel wie zappeln oder herumhampeln. „Auch Erwachsende kaufen sie“, berichten Cassandra Kruip und Tine Kramer-Trotzke an der Ladentheke. „Ganz extrem“ sei die Nachfrage nach Fidget Spinners in den vergangenen Wochen schon gewesen. Aktuell angesagt seien auch edlere Varianten mit robustem Keramiklager für die beweglichen Teile oder mit edler Nachtbeleuchtung.

Bei „Comic Buch und Spiel“, ein paar Hundert Meter entfernt, nicken Thede Brand und Jan Maguna vom Verkaufsteam zustimmend. Die Fidget Spinner hätten, vor Wochen aus den USA gekommen, „richtig eingeschlagen“. Ruck zuck sei die Ware immer wieder ausverkauft. „Wir warten gerade auf eine neue Lieferung.“

Warum man diese Handkreisel-Varianten kauft? „Es ist im Moment angesagt und wenn man im Unterricht sitzt, kann man damit rumspielen“, sagt etwa ein Jugendlicher aus Bremen.

Im Internet finden sich Videos mit Tricks, etwa wie man einen Fidget Spinner auf der Nase balanciert. Und auch Pflege- und Reparaturhinweise sowie Anleitungen zum Selberbauen.

Es gibt wohl keinen Schulhof, auf dem die handtellergroßen Spielzeuge nicht kreisen. Optisch erinnern sie an eine Kreuzung aus Propeller und Ninja-Wurfstern. Gibt man ihnen richtig Schwung, wirbeln die bunten Dinger je nach Qualität des Kugellagers teilweise minutenlang.

Der Wirbel sei derzeit größer als das Produktangebot, räumt Willy Fischel ein. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels geht von einem Umsatz von mindestens einer Million Euro seit März aus. Die meisten Fidget Spinner kosteten zwischen vier und sechs Euro, es gebe aber auch Modelle mit besonderer Ausstattung wie kleinen LED, für die bis zu 30 Euro bezahlt werden müsse. Im Moment lassen Händler die kleinen Scheiben sogar per Flugzeug einfliegen.

Käufer sind in prominenter Gesellschaft: Auch der Sohn des US-Präsidenten, Barron Trump, spielt offensichtlich mit dem Fidget Spinner. Auf Fotos war zu sehen, wie der Elfjährige beim Aussteigen aus der Air Force One ein rotes Exemplar in der Hand hielt.

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Wie die Hersteller versichern, sind Fidget Spinners dazu geeignet, Hyperaktivität und ADHS zu lindern sowie Unruhe vorzubeugen. Manche Pädagogen haben aber andere Erfahrungen gemacht.

„Über angebliche therapeutische Zwecke kann ich nur müde lächeln“, sagt dazu Hans-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes und vom 1. Juli an auch Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. „Nach meinem Eindruck sind die Fidget Spinners aber noch nicht das Hauptproblem an Schulen“, meint der Leiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf. Die Handys der Schüler lösten größere Konflikte aus.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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