Bremen In einem millionenschweren Streit über Baukosten bei der „Gorch Fock“ hat das Landgericht Bremen einen Vergleich zwischen einer Bremerhavener Werft und dem Bund vorgeschlagen. Die streitenden Parteien erklärten sich in der Verhandlung am Freitag aber nicht zu dem Vorschlag.

Die Bredo Dockgesellschaft in Bremerhaven fordert von der Bundeswehr 10,5 Millionen Euro Restzahlung für ihre Arbeiten an dem Segelschulschiff der Marine. In ihrem Schwimmdock ist von 2016 bis Juni 2019 am Stahlrumpf der „Gorch Fock“ gebaut worden.

Der Bund will nicht zahlen – er geht davon aus, dass alle Kosten für Arbeiten der Bredo bereits beim früheren Generalauftragnehmer, der Elsflether Werft, beglichen worden sind. Diese ist aber insolvent. Wegen der verschwundenen Gelder bei der Elsflether Werft ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen zwei Ex-Vorstände und andere Personen. Zwei zivile Mitarbeiter der Marine sind der Bestechlichkeit verdächtig. Zudem soll die frühere Führung in Elsfleth von Zahlungen der Marine für Leistungen von Subunternehmen jeweils 15 Prozent einbehalten haben. Die Drittfirmen stimmten dem zu, um überhaupt an die Aufträge zu kommen.

Der Vorsitzende Richter Malte Kornol schlug den Parteien vor, sich bei 2,35 Millionen Euro zu vergleichen. Nach vorläufiger Einschätzung des Gerichts habe weder die Klage von Bredo noch die Gegenklage des Bundes vollständig Aussicht auf Erfolg, sagte er. Der Bund behauptet, dass die Arbeiten von Bredo am Stahlrumpf mangelhaft gewesen seien. Der Richter setzte ein Urteil für den 20. November an.

Im vergangenen Herbst übernahm schließlich die Bremer Lürssen Werft den Auftrag, die „Gorch Fock“ fertigzubauen. Sie soll bis Ende Mai 2021 liefern. Die Sanierung der „Gorch Fock“ hatte sich zuvor zu einer unendlichen Geschichte entwickelt. Die Kosten stiegen massiv an: Statt der geplanten 10 Millionen Euro geht es nun um 135 Millionen Euro.

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