Bremen /Oldenburg Mit dreieinhalb Jahren Haft muss der frühere Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, für seine Versuche büßen, das finanziell angeschlagene Unternehmen mit nicht legalen Mitteln durch die Wirtschaftskrise zu bringen.

Das Bremer Landgericht sprach den 57-jährigen Ex-Reeder in einer Vielzahl von Einzelstraftaten schuldig. Angelastet wurden ihm Kreditbetrug in 18 Fällen, Bilanzfälschung sowie Untreue in zwei Fällen. Angesichts des Umfangs der Vorwürfe sei eine Strafe auf Bewährung, also von weniger als zwei Jahren Haft, nicht in Betracht gekommen, erläuterte Richterin Monika Schaefer den Urteilsspruch der Wirtschaftsstrafkammer.

Zwar habe Stolberg sich nicht persönlich bereichern wollen und auch sein Bedauern ausgedrückt, doch habe er bei seinem Vorgehen ein erhebliches Maß an krimineller Energie gezeigt und auch viele Mitarbeiter zu Straftaten verleitet.

Drei mitangeklagte Reederei-Manager wurden zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und einem Jahr und sieben Monaten Haft verurteilt. Ihnen hielt das Gericht zugute, dass sie in erheblichem Maße geholfen hätten, die zahlreichen Straftaten überhaupt aufzuklären. Das Geflecht fingierter Leistungen sowie gefälschter Rechnungen und Bilanzen sei nur schwer zu durchschauen gewesen. Deshalb sei auch den betroffenen Banken nichts aufgefallen.

Stolberg selbst verließ das Gericht kommentarlos, während seine Anwälte ankündigten, in den nächsten Tagen zu prüfen, ob eine Revision beantragt werde.

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Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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