Oldenburg „Das Wetter ist momentan so, wie die Lage des Handwerks – also hervorragend“, sagte Manfred Kurmann, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, am Donnerstag bei der Präsentation der Frühjahrs-Konjunkturumfrage in Oldenburg.

Demnach haben 88 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) der befragten Betriebe ihre Lage als gut oder befriedigend eingestuft. „Dieser Winter war ein Konjunktursommer“, sagte Kurmann. Vor allem die niedrigen Zinsen und das freundliche Konsumklima hätten dem Handwerk in die Karten gespielt. Viele Verbraucher würden die Möglichkeiten der Modernisierungsrendite oder der Komforterhöhung nutzen.

Auch in den kommenden Monaten rechnen viele Betriebe mit einer positiven Entwicklung und weiter steigenden Umsätzen, erklärte Kurmann. „Die Betriebe haben gut zu tun, die Auftragsbücher sind voll, aber sie haben oft wenig Personal, so dass es zu Warteschleifen bei Aufträgen kommt“, sagte Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg. Ziel müsse es daher sein, Fachkräfte und Azubis für das Handwerk zu gewinnen. „Das ist aufgrund der Vollbeschäftigung aber nicht so einfach und Flüchtlinge stehen bislang auch noch nicht auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung“, sagte Kurmann.

Der Geschäftsklimaindex legte bei der Umfrage im Vorjahresvergleich um zwei Zähler auf 58 Punkte zu und erreichte damit den zweithöchsten Wert im Zehnjahresvergleich der Frühjahrsumfragen. Das günstige wirtschaftliche Umfeld für Verbraucher und Investoren habe dazu beigetragen, dass die Unternehmen des Ausbau-, Dienstleistungs- und Bauhandwerks ihre Lage am positivsten beurteilten, erklärte Klaus Hurling, Betriebsberater der Handwerkskammer Oldenburg.

Weniger zufrieden sind die Zulieferer. „Sie beurteilen ihre Lage und Erwartungen im Vergleich zum Gesamtwert zum zweiten Mal in Folge unterdurchschnittlich“, erklärte Henke. „Es gibt eine Trendwende im Außenhandel.“

Um den Herausforderungen hinsichtlich des demografischen Wandels und der Digitalisierung gewachsen zu sein, stehe die Handwerkskammer in engem Kontakt zur Politik. Kürzlich ist gemeinsam mit Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD/Sande) ein Positionspapier ausgearbeitet und verabschiedet worden, das unter anderem diese Themen behandelt.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein und attraktiv für Azubis und Fachkräfte zu bleiben, „müssen Betriebe modern sein“, sagte Markus Hudalla, Geschäftsführer von Rudolf Hudalla – Heizung und Sanitär in Oldenburg. Seit 2003 setzt er auf digitale Arbeitstechniken, und seit 2015 arbeiten alle Monteure mit Tablet-Computern. Die Vernetzung mit dem Großhandel und der Industrie müsse laut Hudalla aber noch besser werden, „etwa, wenn es um Ersatzteilerfassung geht“, sagte er.

Manfred Kurmann sieht das Handwerk indes auf einem guten Weg in die digitale Zukunft. „Viele Betriebe sind modern“, sagte er. Die Verantwortung der Vernetzung mit anderen Sparten liege jedoch nicht allein beim Handwerk, meinte er.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.