Berlin /Wiesbaden Die Konjunktur in Deutschland bleibt zweigeteilt. Die Industrie spürt hart die internationalen Handelsprobleme. Dagegen stützt der robuste Arbeitsmarkt die Inlandsnachfrage.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für die kommenden Monate trotz der sich abschwächenden Konjunktur jedenfalls mit einem weiterhin stabilen Privatkonsum. „Die Stimmungslage der Verbraucher ist zwar weit von der Hochstimmung vergangener Jahre entfernt“, teilte der Verband am Montag mit, „mit einem Einbruch des privaten Konsums ist aber auch in den kommenden Monaten nicht zu rechnen“. Gründe seien unter anderem die nach wie vor „robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt“ sowie in den vergangenen Jahren gestiegene Löhne und Renten. Auch die „seit Jahren schwache Inflationsrate“ erhöhe die Kaufkraft der Haushalte.

„Damit bildet der private Konsum ein gesamtwirtschaftliches Gegengewicht zur derzeit schwächelnden Konjunktur“, hieß es.

Das sogenannte Konsumbarometer sank im Oktober nur leicht um 0,27 Punkte auf 99,74 Punkte. Dafür befragt der Verband einmal im Monat rund 2000 Verbraucher nach geplanten Anschaffungen, der finanziellen Situation, zur Sparneigung und weiteren Faktoren, die Aufschluss über den zu erwartenden Konsum geben. Der Index bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Deutlich ungünstiger ist der Trend in der Industrie. Die Schwäche der deutschen Industrie hat sich im August fortgesetzt. Bei den Betrieben gingen im Vergleich zum Vormonat 0,6 Prozent weniger Bestellungen ein, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Marktbeobachter hatten im Mittel nur ein Minus von 0,3 Prozent erwartet. Es war der zweite Rückgang in Folge und die bereits fünfte Abschwächung im laufenden Jahr.

Wie stark es abwärts geht, zeigt der Jahresvergleich. Zum August 2018 sank der Auftragseingang um 6,7 Prozent.

„Die Auftragseingänge setzen ihren Abwärtstrend fort und sinken auf das Niveau von 2016“, erläuterte Katharina Huhn, Konjunkturexpertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Kunden im Ausland und inzwischen auch zunehmend im Inland hielten sich vor allem mit Bestellungen für Investitionsgüter zurück, wie beispielsweise Maschinen. „Die neuesten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und Europa geben zudem wenig Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Situation“, sagte Huhn.

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