Berlin /Nordholz /Rastede Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie zur Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs reagiert. „Raumfahrt begeistert viele Menschen und sichert Tausende Arbeitsplätze in Deutschland. In der Satellitentechnik sind wir führend. Deshalb werde ich den Vorschlag des BDI für einen Weltraumbahnhof gern prüfen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“.

Als Standorte kämen dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zufolge die Flughäfen Rostock-Laage in Mecklenburg-Vorpommern oder Nordholz bei Cuxhaven in Betracht. Thomas Lötsch, Chef des Flughafens Nordholz und der Wirtschaftsförderung Cuxhaven, zeigte sich durchaus interessiert am Projekt Weltraumbahnhof. „Das müsste man sich einmal genauer anschauen, ich möchte da nicht vorgreifen. Aber unser Motto ist: Geht nicht, gibt’s nicht“, sagte er der „Wirtschaftswoche“.

Lötsch verwies unter anderem auf die hervorragende fliegerische Ausstattung in Nordholz etwa mit Präzisionsradar und dem ILS-System, das Flugzeugen beim Landen hilft. Wegen seiner langen Landebahn sei Nordholz zudem in der Vergangenheit Notlandeplatz für das Space Shuttle der USA gewesen.

Der ehemalige Astronaut Thomas Reiter (Rastede) bezweifelte dagegen, dass ein deutscher Weltraumbahnhof sinnvoll wäre. „Es gibt in vielen europäischen Ländern bereits solche Initiativen“, sagte Reiter im „SWR Aktuell Radio“ (Montag). „Wenn man sich die Landkarte anschaut, dann sieht man, dass Portugal von den Azoren her hervorragende Bedingungen hätte.“

Auch England könne er sich als Standort vorstellen. Von Deutschland aus sei das schon schwieriger, sagte Reiter, der bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) arbeitet. Der ehemalige Astronaut sprach sich dennoch dafür aus, Unternehmen zu fördern, die kleine Satelliten herstellen, „auch wenn sie nicht aus Deutschland starten“.

Es sei sehr zu befürworten, dass das Interesse an der Raumfahrt steige. Das Wirtschaftsministerium will Anfang kommenden Jahres Eckpunkte für ein Weltraumgesetz vorlegen, um Investitionen und Innovationen am Standort Deutschland zu fördern, wie eine Sprecherin am Montag ankündigte.

Der BDI hatte den Wunsch nach einem eigenen Weltraumbahnhof in Deutschland vorgetragen. Bei seinem „Weltraumkongress“ forderte der BDI die Bundesregierung dazu auf, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Mit dem Bahnhof könnten kleine Trägerraketen auch von Deutschland aus gestartet werden.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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