Berlin Die Deutsche Bahn will die Bestellung von Essen und Getränken im Zug per App – also über das Smartphone oder andere Geräte – einführen. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Anfrage.

„Wir wollen, dass die Kunden in Zukunft ihre Gastro-Bestellung per App aufgeben können“, sagte DB-Fernverkehrschef Michael Peterson der Zeitung. In der ersten Klasse bekämen Reisende ihre Bestellungen an den Platz geliefert. In der zweiten Klasse müssen sie Snacks und Getränke demnach im Bordbistro abholen, sie werden aber per App informiert. Damit könnten unter Umständen längere Wartezeiten für Reisende vermieden werden.

Das Konzept wurde laut Bericht bereits auf einer Zugverbindung nach Frankreich getestet. Die Bahn wolle den Service ab Herbst in Deutschland auf einer Pilotstrecke einführen.

Diese soll Mitte des Jahres festgelegt werden. Die „Wirtschaftswoche“ schreibt, die Strecke zwischen Berlin und Hamburg sei dafür geeignet.

Dabei könnte den Fahrgästen ein neues Outfit auffallen: Die Bahn kleidet derzeit ihre Mitarbeiter, die direkten Kundenkontakt haben, neu ein.

Nach zwei Testläufen steht insgesamt 43 000 Zugbegleitern, Servicemitarbeitern, Lokführern und Busfahrern eine Auswahl an bis zu 80 Teilen in Blau und Weinrot zur Verfügung, wie das Unternehmen mitteilte. Bisher war das Bahnpersonal an blauen Uniformen mit knallroten Details zu erkennen.

Zuletzt war die Unternehmensbekleidung vor 17 Jahren komplett ausgetauscht worden. An der Neuerung wird seit zweieinhalb Jahren gearbeitet. Der neue Entwurf stammt von Designer Guido Maria Kretschmer, bekannt durch die Vox-Sendung „Shopping Queen“.

Die Mitarbeiter können die neue Kleidung seit Januar anprobieren und bestellen, dann beginnt die Produktion und Auslieferung. Das dunklere Rot im Ton „burgundy“ solle sympathischer und moderner wirken und den Mitarbeitern mehr Kombinationsmöglichkeiten bieten, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. „Es geht um einen neuen Look und um Materialien und Stoffe, die auf hohe Akzeptanz stoßen.“ Ab August wird das Personal in Zügen und Bussen sowie an den Bahnhöfen und Reisezentren darin seinen Dienst versehen.

Frauen können sich nun auch Kleider bestellen. Neu sind zudem Trenchcoats, Steppjacken und Blousons auch für Männer. Für Lokführer und Busfahrer gibt es Jeanshosen. Zugchefs sind künftig an der silbernen Farbe von Krawatten und Halstüchern zu erkennen – bisher war die Anzahl von Streifen am Sakko ausschlaggebend.

Bei Unternehmensbekleidung gehe es um die Identität von Firmen und ihr Bild nach außen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts in Köln, Gerd Müller-Thomkins. „Hier hat sich etwas gedreht“, sagte der Experte. „Die Dienstkleidung der Bahn ist aus ihrer Tristesse herausgetreten, weg von ihrem uniformellen Charakter hin zu einer Bekleidung, die auch der Vielfalt der Persönlichkeiten Rechnung trägt.“

Die Kleidung wirke alltagstauglich, strahle Frische aus und entspreche dem Zeitgeist. Die Bahn sende so auch Zeichen der Solidarität an ihre Kundschaft, sagte Müller-Thomkins. Insgesamt wirke das Outfit „positiv-optimistisch und nach vorne orientiert“ – und eile damit der Realpolitik beim Thema Bahn allerdings voraus, meinte Thomkins.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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