Berlin /Hamburg /Hannover In Deutschland werden sich nach Ansicht eines Experten viele Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken. „Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit“, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Freitag. „Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger.“

Noch sei der Kampf gegen die Ausbreitung nicht verloren, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die WHO setzte dennoch am Freitag das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von „hoch“ auf „sehr hoch“.

Die Zahl erfasster Infektionen in Deutschland war bis Freitagvormittag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 53 gestiegen, hauptsächlich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Betroffen sind auch Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg. Dort hat sich ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf aus Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) infiziert. Er hatte privat und beruflich Kontakt zu etwa 100 Personen. Die Behörden seien dabei, diese Personen zu kontaktieren. Sie müssen nun in Quarantäne.

Handelsketten wie Lidl und Aldi Süd berichteten am Freitag von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden zu Engpässen gekommen.

Laut RKI hat sich die Zahl der Fälle weltweit auf mehr als 83 000 Infizierte in 52 Ländern erhöht. Ein Teil dieser Menschen ist längst wieder geheilt oder hatte von vornherein keine oder kaum Symptome. In Europa sind inzwischen mehr als 20 Länder betroffen. In Italien gibt es eine Woche nach dem Ausbruch nun 888 Infizierte und 21 Tote.

Auch die Wirtschaft bekommt die Furcht vor der Virus-Ausbreitung zunehmend zu spüren: Der deutsche Aktienindex Dax schloss mit 3,86 Prozent im Minus bei 11 890,35 Punkten. Die Sorge um das Virus belasten seit Tagen die Finanzmärkte und drückten am Morgen bereits die Börsen in Asien tiefer ins Minus. Die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin sagten die vom 4. bis 8. März geplante Veranstaltung ab.

Die Schweiz griff am Freitag zu einer drastischen Maßnahme und verbot alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Das Verbot soll bis mindestens 15. März gelten. Das betrifft unter anderem den Genfer Autosalon.

NWZonline.de/gesundheit
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