Berlin /Brake /Lohne Die Verteilung von Wasser in Deutschland kann nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) erstmals seit Jahrzehnten zu einem Thema werden. „Häufigere trockene Sommer bedeuten auch, dass sich voraussichtlich mehr Nutzer um die Ressource Wasser streiten werden“, sagte UBA-Wasserexperte Jörg Rechenberg. „Eines ist schon deutlich zu sehen: Als neuer Nutzer von Wasservorräten wird die Landwirtschaft dazukommen.“

Bisher hat die sogenannte Bewässerungslandwirtschaft in Deutschland laut Rechenberg erst einen Anteil von 2,7 Prozent. „Die Beregnungsbedürftigkeit wird deutschlandweit tendenziell zunehmen“, sagte er.

Der Vizepräsident des Verbands Kommunaler Unternehmen und Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) mit Sitz in Brake, Karsten Specht, erklärte, es werde mehr bewässert, die Konkurrenz nehme zu. „Aus unserer Sicht muss aber die Trinkwasserversorgung Vorrang haben. Das ist nicht überall gewährleistet“, sagte Specht. Ein Sprecher des OOWV erläuterte zudem: „Heute ist es keineswegs mehr sicher, dass die öffentliche Wasserversorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge Vorrang vor privatwirtschaftlichen Interessen hat.“

In diesem Sommer ist es schon in Lohne (Landkreis Vechta) und Emstek (Landkreis Cloppenburg) zu einer Minderung des Versorgungsdrucks gekommen. In diesen Orten kam zeitweise kaum noch etwas aus der Leitung, weil zu viele Menschen gleichzeitig Wasser zapften – vor allem in Gärten.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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