Berlin Der Streit über die Zukunft von Verbrennungsmotoren könnte im Herbst zu einem Knackpunkt bei Koalitionsverhandlungen werden. Die CSU etwa bezeichnete einen Ausstieg als nicht verhandelbar und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir sagte, dass die Grünen in keine Koalition gehen würden, die nicht das Ende der Ära des fossilen Verbrennungsmotors einleitet und den Einstieg in den abgasfreien Verkehr schafft.

Dabei geht neben der Debatte um die langfristige Zukunft von Verbrennungsmotoren auch der Streit um Nachbesserungen an Dieselfahrzeugen und die Möglichkeiten zur Schadstoffreduzierung in besonders betroffenen Städten weiter. Sollte sich die Schadstoffbelastung nicht verringern, drohen in zahlreichen Städten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) wandte sich gegen ein Aus für Dieselmotoren. Denn der Diesel „ist ja ein guter Motor“ der zu Unrecht in Verruf geraten sei, sagte sie.

Die Autoindustrie wehrt sich unterdessen weiter gegen die Forderungen nach technischen Nachrüstungen ihrer Dieselfahrzeuge. Gut drei Wochen nach dem Dieselgipfel sei es sinnvoll, erst einmal die Wirkung der beschlossenen Maßnahmen anzusehen, statt kurz nach dem Treffen weitere Schritte zu fordern, sagte der Präsident des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann, in der „Passauer Neuen Presse“.

Der Dieselmotor habe einen geringen CO2-Ausstoß, Stickoxide würden in der neuesten Entwicklungsstufe durch Zuführung von Harnstoff weitgehend neutralisiert, sagte Zypries. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), aber auch Grüne, hatten die Autoindustrie zu technischen Nachrüstungen der Fahrzeuge aufgefordert.

Software-Updates reichten aber nicht aus, um Fahrverbote für Dieselautos zu vermeiden. Grundlage dafür sind Berechnungen des Umweltbundesamtes. Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge geht das Amt in einem älteren internen Papier vom Oktober 2016 auch davon aus, dass technische Umrüstungen der Autos – sofern sie überhaupt möglich sind – nicht viel im Kampf um die Luftqualität in den Städten helfen würden, dafür aber unverhältnismäßig teuer würden.

Der Leiter des ­Dresdner Fraunhofer-Instituts für Verkehrssysteme, Matthias Klingner, sieht einen Lösungsansatz in der Lockerung der Feinstaub-Grenzwerte. Dann könnten Motoren so eingestellt werden, dass der Treibstoff bei geringeren Temperaturen verbrennt und weniger Stickoxide als Abgase entstehen. Denn Feinstaub und Stickoxide ließen sich durch die Einstellung des Motors nicht gleichzeitig reduzieren.

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