WOLFSBURG /GELSENKIRCHEN Einzelheiten wurden noch nicht genannt. Autoexperte Dudenhöffer sieht „Befreiungsschlag“.

Von Andreas Herholz

und unseren Agenturen WOLFSBURG/GELSENKIRCHEN - Beim größten europäischen Autobauer Volkswagen müssen bis zu 20 000 Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten. Der Konzern kündigte gestern in Wolfsburg trotz guter Zahlen ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm für die kommenden drei Jahre an, das bis zu 20 000 Beschäftigte der Kernmarke VW treffen könnte. Zwar hält VW-Chef Bernd Pischetsrieder an dem Ziel der Arbeitsplatzsicherung fest. Ohne weitere Einschnitte sei die geltende Beschäftigungsgarantie bis Ende 2011 jedoch nicht zu halten, mahnte der Konzernchef. Einzelheiten nannte er nicht. Presseberichten zufolge erwägt VW den Verkauf mehrerer Komponentenwerke. Der Betriebsrat zeigte sich zu Gesprächen über die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns bereit, pochte aber auf Jobsicherung.

Grund für das neue Sanierungsprogramm ist nach Angaben des Konzerns das „völlig unbefriedigende Ergebnis“ der Kernmarke VW im vergangenen Jahr. Denn während der Konzerngewinn dank des milliardenschweren Sparprogramms „ForMotion“ um unerwartet deutliche 61 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro stieg, schrammte die Marke VW nur knapp an den roten Zahlen vorbei. „Die traditionellen deutschen Volkswagen-Werke erwirtschaften im Vergleich zu unseren besten deutschen Werken weiterhin einen hohen Verlust“, erklärte der Autobauer mit Blick auf die kürzeren Arbeitszeiten und höheren Löhne in den westdeutschen Werken. Dem Vernehmen nach sind Wolfsburg, Salzgitter, Emden und Braunschweig gemeint gegenüber z. B. Mosel in Ostdeutschland. Die Exportfähigkeit sei so „nicht gewährleistet“.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen nannte das verschärfte Sparprogramm von VW gegenüber der NWZ einen „großen Befreiungsschlag“. Der Konzern müsse von den bisherigen Kostenstrukturen herunterkommen. Er rechnet damit, dass das Sparprogramm auch vom neuen Großaktionär Porsche „mit großem Engagement unterstützt wird“.

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Kommentar, S.4

Wirtschaft, S.23

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