Wolfsburg Volkswagen wirbt seit kurzem unter dem Motto „vital, vegetarisch, vegan“ für gesunde Ernährung in den Restaurants seiner Autostadt in Wolfsburg - und hat sich prompt Ärger mit dem Landesbauernverband eingehandelt. Weil die VW-Gastronomie auf ihrer Homepage gesundheitliche Vorteile einer fleischlosen Ernährung anpreist und Umweltschäden insbesondere durch die Tierhaltung auflistet, hat Landvolkpräsident Werner Hilse in einer empörten Reaktion indirekt zum Boykott des Autobauers aufgerufen.

„Landwirte, die wie ich selbst ein Auto aus dem Angebot des VW-Konzerns gewählt haben, müssen sich doppelt diskriminiert fühlen“, schrieb Hilse in einem Brief an VW. Wenn der Konzern seine Kunden derart diskriminiere, müsse er in Kauf nehmen, dass sie sich für andere Marken entscheiden.

Autostadtsprecher Tobias Riepe wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück. In allen Restaurants - darunter ein Steakhouse - gebe es sowohl Gerichte mit Fleisch als auch vegetarische und vegane Angebote. Die kritisierte Darstellung auf der Homepage solle - gestützt auf wissenschaftliche Studien - erklären, wofür die verschiedenen Ernährungsformen stehen. Bereits seit 2003 seien die Restaurants auf ökologisch produzierte, saisonale Erzeugnisse aus der Region umgestellt worden.

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete, sprach Hilse weiter von „sehr pauschalen und schlicht nicht zutreffenden Aussagen, die Landwirte diffamieren“. Auf der Autostadt-Homepage heißt es etwa: „Wäre die Erde eine Köchin, würde sie sich an den meisten Tagen für vegane oder vegetarische Rezepte entscheiden.“ In Deutschland sei die Landwirtschaft demnach der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Vor allem die Fleischerzeugung sorge für einen großen Ressourcenverbrauch.

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Obwohl VW in seiner werkseigenen Fleischerei im vergangenen Jahr 6,3 Millionen der beliebten VW-Currywürste herstellte und bei Fleischerzeugern und -konsumenten eigentlich einen Stein im Brett haben müsste, sorgten die Darstellungen auf der Homepage für viel Wirbel. Zunächst empörte sich der Bauernverband in Schleswig-Holstein auf Facebook. „Es erscheint angesichts solcher Vorwürfe geradezu ungeheuerlich, dass VW seine Fahrzeuge ungeprüft an konventionell wirtschaftende Landwirte verkauft“, hieß es in einem viel kommentierten Eintrag vom Dienstag. „Steht VW demnächst für „Vegan-Warrior“?“

Um die Wogen zu glätten, machte der Landvolkpräsident VW ein Angebot: „Wir laden den Manager der Autostadt-Restaurants gern auf unsere Höfe ein, damit er sich ein zutreffendes Bild von moderner Landwirtschaft machen kann.“

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