Oldenburg Auszubildende aus regionalen Unternehmen lassen sich nebenbei zu „Energie-Scouts“ qualifizieren und gehen dann auf die Suche nach Verschwendungsquellen im Betrieb: Aus dieser bundesweiten Projektidee ist eine regionale Erfolgsstory geworden. Die vier Azubis Darren Kuck (19), Eric Stöver (18), Hasan Gündogar (22) und Mazlum Gündogar (27) von Kronos Titan in Nordenham (Wesermarsch) wurden im Haus der Oldenburgischen IHK am Dienstag zum „1. Sieger“ gekürt.

Die angehenden Chemikanten um Ausbilder Hergen Thien hatten sich mit dem Einsatz von wertvollem Trinkwasser im Betrieb von Vakuumpumpen beschäftigt – und beträchtliches Einsparpotenzial aufgezeigt.

„2. Sieger“ wurde ein Team von Niedersachsen-Ports aus Brake (Wesermarsch) mit dem Thema: „Neues Raumgefühl für die Ausbildungswerkstatt durch bessere und effizientere Ausleuchtung“. Auf dem 3. Platz landeten Auszubildende des Kabelwerks Waskönig + Walter aus Ramsloh (Kreis Cloppenburg): „Automatisches Abschalten der Trocknung bei Stillstand der Produktion“. Zudem gab es einen Sonderpreis für Azubis des Bischöflich-Münsterschen Offizialates in Vechta mit dem Projekt: „Das Mitfahrpotenzial vom Offizialat“.

„Eine tolle Sache“ sei dieses Projekt, schwärmt Ausbilder Hergen Thien bei Kronos Titan. Die Oldenburgische IHK habe das Unternehmen angeschrieben, man habe sich bei Kronos Titan mit der Idee der „Energie-Scouts“ befasst – und sich zum Mitmachen entschlossen. Die Wahl fiel auf einen Chemikanten-Jahrgang. „Wir haben uns im Betrieb umgeschaut und überlegt, welches Thema wir anpacken“, erzählt Azubi Eric Stöver. Dabei sei man auf Flüssigringpumpen gestoßen, erläutert Darren Kuck. „Die verbrauchen viel Wasser. Das wollten wir ändern.“

Sein Team mit Darren Kuck, Hasan Gündogar und Mazlum Gündogar wurde dann mit 34 Kollegen aus acht weiteren Firmen des Oldenburger Landes zu Energie-Scouts weitergebildet, wie IHK-Umwelt- und Energiereferent Jörg Schindler erläuterte. Es gehe dabei nicht nur darum, etwa eine bestimmte Menge klimaschädliches Gas zu vermeiden; das von Bundes-Ministerien geförderte Projekt bedeute auch zusätzliche Qualifikation für die Auszubildenden. Zugleich würden die teilnehmenden Unternehmen als Ausbilder bekannt und attraktiv. Konkret umgesetzt wurde die Schulung an mehreren Tagen von Christian Tönne und der „ecco Unternehmensberatung“ (Oldenburg). Zum Paket gehöre neben Fachwissen auch Handwerkszeug sowie Know-how rund um Projektmanagement. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Projekte hätten durch die Bank ein gutes Niveau erreicht, attestierte Bernd Langer („Beks EnergieEffizienz“/Bremen) als Leiter der Jury.

„Das Projekt hat gleich mehrere Vorteile“, findet Azubi Mazlum Gündogar. „Wir unterstützen unser Kronos-Titan-Werk, wir schonen die wertvolle Ressource Wasser, und wir lernen unser Werk viel genauer kennen.“ Und: „Wir haben auch inhaltlich, also zum Thema Energie und Ressourcen, sehr viel gelernt“, fügt Hasan Gündogar hinzu.

Ausbilder Thien fällt noch ein weiterer Aspekt ein: Es sind während des monatelangen Projekteinsatzes im Betriebsablauf auch viele Kontakte entstanden, zu Bereichen wie der E-Werkstatt oder dem Leitstand etwa. Das stärke den Überblick.

Das Projekt werde jetzt „nicht einfach in der Schublade verschwinden“. Man werde darauf aufbauen, sagt Thien. So sieht es auch Werksleiter Peter Aengeneynd. Die Azubis bekämen „viel Lob und Anerkennung“.

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Kein Wunder: Die Behandlung des Themas „Brauchwasser“ zahlt sich nicht nur für die natürlichen Ressourcen aus, sondern auch für den Betrieb. So sind nach den Vorschlägen der Azubis bei Kronos Investitionen von über 40 000 Euro nötig, etwa in spezielle Ventile. Diese amortisieren sich aber offenbar schon nach drei Monaten wieder. Und dann schlägt es sich positiv im Betriebsergebnis nieder. Besser gehe es kaum.

Nach den Sommerferien soll denn auch schon der nächste Durchgang der „Energie-Scouts“ starten.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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