Aurich Nach dem angekündigten Stellenabbau des Windkraftanlagenherstellers Enercon wird ein Großteil der mehr als 600 betroffenen Beschäftigten bei ostfriesischen Partnerunternehmen im März in Transfergesellschaften wechseln. „Zum 1. Januar sind schon an die 100 gekommen“, sagte der Geschäftsführer des Transfergesellschaftsbetreibers AgS, Oliver Fieber. „Wir haben Jobbörsen mit personalsuchenden Unternehmen organisiert und ein relevanter Teil hat schon eine neue Beschäftigung.“

Zahlen wollte Fieber vorerst nicht nennen. „Wenn im März die meisten kommen, dann werden wir sehen, wie aufnahmefähig der Arbeitsmarkt dann noch ist.“

In den vier Transfergesellschaften werden die Mitarbeiter weiterqualifiziert und erhalten außerdem eine Abfindung. Zum 1. März, 1. April und 1. Mai wechsle der Rest, so Fieber, „weil da dann die Aufträge wegfallen“.

Enercon mit Sitz in Aurich hatte im November angekündigt, die Rotorblattfertigung nach Einbrüchen beim Absatz ins Ausland zu verlagern. Drei Enercon-Zulieferbetriebe stellen den Betrieb ganz ein, bei einem weiteren sollen in Aurich nach früheren Angaben 117 von 281 Arbeitsplätzen erhalten bleiben. Ostfriesland und Magdeburg sind demnach mit jeweils bis zu 1500 Arbeitsplätzen betroffen. Den aktuellen Stand will Enercon laut einem Sprecher frühestens Ende Februar mitteilen.

Die IG Metall kritisierte, Enercon habe gar nicht versucht, die Jobs zu halten. Wie sich das Unternehmen für die Zukunft aufstelle, sei zudem ungewiss.

Enercon bekommt seit 2018 den Einbruch des Windenergiemarktes in Deutschland zu spüren. Schon für 2018 musste das Unternehmen ein Minus von fast 200 Millionen Euro hinnehmen. Für 2019 sind noch keine Zahlen veröffentlicht, ein Sprecher hatte aber bereits angedeutet, dass der Konzern einen noch höheren dreistelligen Millionenbetrag als Verlust erwartet.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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