Aurich /Oldenburg Scharfe Kritik an der vom Bund geplanten 1000-Meter-Abstandsregelung zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung hat der Chef des kriselnden Auricher Windanlagenbauers Enercon, Hans-Dieter Kettwig, geübt. Im NWZ-Interview sagte er: „Das wäre ein verheerendes Signal im Kampf gegen den Klimawandel. Auch der Markteinbruch der vergangenen Jahre beim Windkraft-Ausbau an Land würde sich auf unabsehbare Zeit fortsetzen.“

Laut dem Enercon-Chef würden sich die verfügbaren Flächen massiv reduzieren – potenzielle Standorte für neue Windparks um etwa 50 Prozent, die bereits mit Windparks bebauten Flächen gar um 80 Prozent, da auch das Repowering, also die Erneuerung bestehender Anlagen, unter die 1000-Meter-Regelung fallen soll. „Insbesondere Letzteres wäre dramatisch und politisch kurzsichtig, denn die bestehenden Windparks sind meist gut akzeptiert und unverzichtbar für die weiteren Ausbauziele“, meint der 62-Jährige.

Kettwig macht einen Vorschlag für neue Abstandsregeln. Es sollte eine sogenannte Anstandsabstandsregel von „dreimal Höhe der Anlage“ als Regel gelten. Damit würden die Anlagen weiter weg vom Dorf rücken, je größer sie sind. Das gebe Spielraum für viele Repowering-Standorte.

Unterstützung erhält Kettwig von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Deren Präsident Gert Stuke sagte der NWZ: „Wir beobachten mit Sorge, dass in großem Umfang Arbeitsplätze in der Windenergiebranche abgebaut werden und Wertschöpfung verloren geht. Abstandsregelungen, die zu einer deutlichen Verknappung der verfügbaren Planungs- und Bauflächen führen, würden den Ausbau weiter ausbremsen.“ An besseren Rahmenbedingungen für die Windenergie führe daher kein Weg vorbei.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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