HAMBURG /OLDENBURG /BREMEN Verbraucherschützer sehen ein Signal. Bei EWE liegen mehr als 4000 Protestbriefe.

Von Rüdiger zu Klampen,

Thorsten Langenbahn

und unseren Agenturen HAMBURG/OLDENBURG/BREMEN - Bei der Durchsetzung ihrer Gaspreiserhöhungen stoßen Energieversorger auf immer stärkeren Widerstand. Im Verfahren um die bundesweit erste Sammelklage von Verbrauchern gegen rasant gestiegene Gaspreise zeichnete sich gestern ab, dass der Versorger Eon-Hanse seine Kalkulation offen legen muss. Das sei ihre vorläufige Rechtsmeinung nach dem bisherigen Stand des Verfahrens, sagte die Vorsitzende Richterin der 11. Zivilkammer am Hamburger Landgericht nach dem ersten Verhandlungstag. Nur so könne das Gericht überprüfen, ob die Preiserhöhungen von Eon-Hanse vom 1. Oktober 2004 sowie vom 1. Februar und 1. August dieses Jahres angemessen seien.

54 Eon-Kunden hatten mit Unterstützung der Hamburger Verbraucherzentrale geklagt. Laut Gerichtseinschätzung haben die Verbraucher einen Anspruch darauf, die „Billigkeit“, so der juristische Fachausdruck, der Preiserhöhungen überprüfen zu lassen.

Die Tendenz im Hamburger Verfahren sei ein „Signal“ für den Streit um Erdgaspreise, sagte gestern Karin Goldbeck, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, in Oldenburg der NWZ. Sie forderte „die EWE und alle anderen Gasversorger auf, den Kunden ihre Kalkulationen offen zu legen“. Dies hatte z. B. der Oldenburger Versorger EWE AG bisher mit dem Argument abgelehnt, es drohten erhebliche Nachteile, wenn Wettbewerber Einsicht in die Preiskalkulationen bekommen könnten.

In Niedersachsen gibt es nach Informationen der Verbraucherschützer keine „Sammelklagen“, die der Hamburger Initiative vergleichbar sind, allerdings zahlreiche lokale Protest-Initiativen. In Bremen klagen auch 54 Verbraucher gegen den Versorger SWB. Bei der EWE hieß es auf Anfrage der NWZ, es liege zur Preiserhöhung per 1. August keine Klage vor. 4000 Kunden hätten „um Erklärungen gebeten oder auch Vorbehalte angemeldet“.

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