APEN /REMELS Werner Hollander (63) geht nicht oft ins Kino – aber jetzt überlegt der Chef des Metallbauers Hoklartherm aus Apen (Kreis Ammerland) es sich. Denn angelaufen ist der futuristische Aktion-Thriller „Surrogates“ (Englisch, hier für: Stellvertreter, zweites Ich). Und darin taucht auch ein Gewächshaus aus dem Sortiment der Ammerländer auf – etwas gruselig illuminiert für den grobschlächtigen Hauptdarsteller Bruce Willis und seine Kumpane.

„Das freut uns natürlich sehr“, kommentierte der geschäftsführende Gesellschafter den Einsatz der eigentlich stocksoliden Metall-Glas-Konstruktion vom Typ „Riga“ in Hollywood. Die Firma wird durch großes Kino noch bekannter, rund um dem Globus.

Wer sich „Riga“ als Filmkulisse ansehen möchte, ohne gleich ins Kino zu gehen, kann das im Internet über die Firmenseite www.hoklartherm.de und die Verbindung zum Clipanbieter „youtube“ machen. Er wird dann bei exakt 1:09 Minuten fündig. Wenn’s schneller gehen soll: Auf der offiziellen Film-Internetseite www.chooseyoursurrogate.com ist der entscheidende Moment schon nach 24 Sekunden zu sehen. Der Sinn der Handlung unter besonderer Berücksichtigung des Gewächshauses erschließt sich daraus allerdings noch nicht.

Aber in der Aper Hoklartherm-Zentrale weiß man schon, dass das Glashaus in dem Action-Streifen – anders als eigentlich zu erwarten – nicht im Laufe der teils recht rohen Handlung zerdeppert wurde. Vielmehr habe sich jemand aus der Produktionsfirma das Modell Riga mit nach Hause genommen, um es privat zu nutzen, berichtet Hollander.

Hoklartherm (mit Tochter KGT in Remels) ist seit Jahren in den USA gut im Geschäft, regelmäßig werden containerweise Gewächshäuser verschifft. Der Händler vor Ort war es auch, der „Riga“ zum Film brachte. Er habe „gute Verbindungen zur Branche“, heißt es in Apen. Und der Regisseur habe ein „spezielles Haus“ mit viel Glas und Spitzdach benötigt, 4,50 Meter breit und acht Meter lang. Dies sei 2009 in Auftrag gegeben worden. Rund zwei Wochen war die Anlage auf dem Atlantik unterwegs, dann wurde sie vor Ort aufgebaut. Was Hollywood konkret mit Riga vor hatte – „den Hintergrund kannten wir nicht“, erzählt Hollander.

Trotz des ganzen nun laufenden Rummels: In dem Aper Unternehmen (Umsatz: mehr als zehn Millionen Euro), das Hollander mit Geschäftsführer Mirko Metjengerdes leitet, bleibt man ganz gelassen. Die Ammerländer haben schon häufiger anspruchsvolle Sonderanfertigungen aus Metall und Glas geliefert, darunter für prominente Kunden wie Lufthansa. Ihr Motto: „Anders als andere“. Damit lasse sich auch am besten Geld verdienen, sagt der Chef.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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