Frankfurt/Main (dpa) - Dividendenrekord für Aktionäre: Deutschlands Börsenschwergewichte schütten einer Studie zufolge in diesem Jahr so viel Geld an ihre Anteilseigner aus wie nie zuvor.

36,1 Milliarden Euro zahlen die 30 Dax-Konzerne zusammen aus, wie das Beratungs- und Prüfungsunternehmen EY errechnet hat. Das sind gut 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie EY mitteilte.

Bei 20 der Unternehmen im deutschen Leitindex steigt die Ausschüttung demnach in diesem Jahr auf ein Rekordniveau. Größter Dividendenzahler Deutschlands ist erneut der Autokonzern Daimler mit 3,9 Milliarden Euro (plus zwölf Prozent). Der Versicherer Allianz liegt mit 3,5 Milliarden Euro (plus drei Prozent) auf dem zweiten Platz.

"Der starke Anstieg der Dividendenausschüttung spiegelt die gute Entwicklung der meisten Dax-Konzerne im operativen Geschäft und auch die sehr gute Gewinnentwicklung wider", erläuterte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Die Anteilseigner der Commerzbank gehen jedoch wie im Vorjahr leer aus.

Weil die Gewinne der Unternehmen - teils auch dank Sonderfaktoren wie der US-Steuerreform - in Summe stärker stiegen als die Dividenden, sank aber die Ausschüttungsquote von 54,9 Prozent im Vorjahr auf nun 37,7 Prozent.

Die Aktionärsvereinigung DSW sieht das kritisch. "Schon in den letzten Jahren wurde die seitens der DSW geforderte Ausschüttungsquote von 50 Prozent über alle Indizes hinweg von etlichen Gesellschaften mehr oder weniger klar verfehlt", kritisierte Klaus Nieding, Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), in Frankfurt.

Die Situation verschlechtere sich für Anteilseigner noch dadurch, dass sowohl in Auswahlindizes wie Dax und MDax als auch bei Nebenwerten über die Jahre "auf breiter Front" ein Rückgang der Ausschüttungsquote zu verzeichnen sei. Für das abgelaufene Jahr rechnet die DSW mit insgesamt etwa 50 Milliarden Euro Dividenden für die Aktionäre deutscher Aktiengesellschaften.

EY-Vertreter Meyer hält die vorsichtige Dividendenpolitik vieler Unternehmen angesichts der bevorstehenden Herausforderungen für vernünftig: "In vielen Branchen stehen erhebliche Investitionen in den Umbau von Geschäftsmodellen und die Entwicklung neuer Technologien an." Dafür seien ausreichend Finanzmittel nötig.

Angesichts der guten Konjunktur spreche jedoch einiges für weiter steigende Gewinne und damit steigende Ausschüttungen, prognostizierte Meyer. Das Plus wird nach EY-Einschätzung aber nicht mehr so stark ausfallen wie in diesem Jahr.

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Bei etlichen Unternehmen wären Investoren unterdessen schon froh, wenn die Durststrecke ein Ende hätte: Größter Kapitalvernichter unter Deutschlands Aktiengesellschaften war 2017 nach DSW-Berechnungen der angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff mit einem Kurs-Minus von rund 94 Prozent binnen eines Jahres. Auf den vorderen Plätzen der Negativliste stehen ansonsten der Telefonauskunftanbieter 11 88 0 Solutions, das Modeunternehmen Gerry Weber und der Solarindustriezulieferer Singulus Technologies.

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