BERLIN /DAMME Deutschlands Schweinehalter schlagen Alarm. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN, Damme) sind von rund 78 000 Betrieben „bis zu 25 Prozent in ihrer Existenz gefährdet“. Das sind fast 20 000 Betriebe.

2007 sind die Marktpreise für Schweine laut ISN um zehn Prozent gefallen. Damit einher ging eine Verdoppelung der Futterkosten. „Wir sind in einer großen Krise“, so ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer. Ganz besonders hart trifft es die rund 30 000 Ferkelerzeuger, die derzeit pro Tier ein Minus von 15 bis 20 Euro erwirtschafteten. „Etliche Ferkelerzeuger stehen vor den Trümmern ihrer Existenz“, erklärt Breuer. Sie lebten von der Substanz oder vom Wohlwollen ihrer Bank. „Und immer mehr Banken drehen den Hahn zu. Es hat ein stilles Sterben begonnen.“ Auch Schweinemäster verdienten derzeit kein Geld.

Auf jüngst getroffene Vereinbarungen von Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner und Agrarminister Horst Seehofer (CSU) setzen die Schweinehalter gewisse Hoffnungen. So soll der Schweinefleisch-Export in Länder außerhalb der EU forciert und der Währungsnachteil wegen des starken Euro durch höhere Exporterstattungen ausgeglichen werden. Auch auf China werden Hoffnungen gesetzt, das angekündigt hat, das bestehende Einfuhrverbot für deutsches Schweinefleisch bald aufheben zu wollen.

Größtes Problem bleiben jedoch die hohen Futterpreise. FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann wirft der Bundesregierung vor, die hohen Preise seien „hausgemacht“. Die deutsche Schweinehaltungs-Verordnung, die das Verfüttern tierischer Fette verbiete, sei ein großer Wettbewerbsnachteil gegenüber den Hauptkonkurrenten aus Dänemark und den Niederlanden. Außerhalb der EU könnten die Züchter in den USA, Kanada und Brasilien zudem gentechnisch-veränderte Futtermittel einsetzen, die bis zu 50 Euro pro Tonne günstiger seien.

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ISN-Geschäftsführer Breuer greift Seehofer wegen des Verfütterungsverbots tierischer Fette scharf an. „Wider besseren Wissens hält Seehofer am Verbot fest, obwohl die Unbedenklichkeit wissenschaftlich erwiesen ist. Das ist eine zum Himmel schreiende Sauerei.“ Der CDU-Agrarpolitiker Franz-Josef Holzenkamp (CDU) erwartet, dass in diesem Frühjahr das Verbot fällt und tierische Fette wieder an Nicht-Wiederkäuer verfüttert werden dürfen.

www.schweine.net

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