Salzburg Keine Gnade für Evi Sachenbacher-Stehle: Fünf Monate nach ihrem positiven Dopingtest bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi ist die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin und später zum Biathlon gewechselte Athletin für zwei Jahre gesperrt worden. Der einstigen Strahlefrau des deutschen Wintersports droht damit das unrühmliche Ende ihrer Karriere.

Der Biathlon-Weltverband IBU sah es als erwiesen an, dass Sachenbacher-Stehle in Sotschi mit dem verbotenen Stimulans Methylhexanamin gedopt war. Die 33-Jährige hatte den positiven Test vom 17. Februar mit der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels erklärt, das sie nicht von offiziellen Stellen hatte kontrollieren lassen. Bewusstes Doping bestritt Sachenbacher-Stehle vehement.

„Das nun endlich vorliegende Urteil ist natürlich heftig. Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, dass mein Fall der unbewussten Einnahme durch ein nachweislich kontaminiertes Nahrungsergänzungsmittel von der Sanktion her nun auf die gleiche Stufe wie ein vorsätzlicher Epo-Dopingsünder gestellt wird“, teilte Sachenbacher-Stehle in einer schriftlichen Erklärung mit.

Der Weltverband ließ sich trotz der eindeutigen Faktenlage viel Zeit mit seinem Urteil. Dies fällte die IBU bereits am Montag – und brauchte 48 Stunden, um es bekannt zu geben. Bis zum 16. Februar 2016 ist Sachenbacher-Stehle nun gesperrt, zudem verliert sie ihren vierten Platz aus dem Massenstart-Rennen, nach welchem sie positiv getestet worden war. Auch die Mixed-Staffel um Sachenbacher-Stehle, die ebenfalls Vierte geworden war, wurde disqualifiziert.

„Das Urteil ist konsequent, aber hart“, sagte der frühere Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle: „Evi ist eine ehrliche Haut, ihr ist nachgewiesenermaßen ein Lapsus passiert. Andere, die vorsätzlich mit Epo betrügen, erhalten die gleiche Strafe.“

Sachenbacher-Stehles letzte Hoffnung ist nun der Weg vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Sie hat 21 Tage Zeit, ihren Einspruch dort einzureichen. Dass der CAS das Urteil in Gänze kippt, ist aber unwahrscheinlich.

Sollte sie die komplette Sperre abbrummen müssen, würde sie zwei komplette Winter verpassen, bei ihrem möglichen Comeback Ende 2016 wäre sie fast 36 Jahre alt – es wäre wohl das Ende einer großen Karriere: Als Langläuferin hatte sie 2002 in der Staffel und 2010 im Teamsprint mit Claudia Nystad jeweils olympisches Gold geholt. Nach ihrem Wechsel zum Biathlon im Winter 2012/13 schaffte sie die Qualifikation für die Spiele in Sotschi.

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