OSLO Serien-Siegerin Magdalena Neuner verdrückte nach ihrem Startverzicht ein paar Tränen der Enttäuschung, Andrea Henkel überraschte sich selbst und feierte ihren ersten Saison-Erfolg. Die Thüringerin gewann nach den beiden Siegen der kranken Neuner im Sprint und in der Verfolgung beim Weltcup in Oslo am Sonntag den Massenstart. „Ich habe nicht mit solch einem Ergebnis gerechnet“, sagte die siebenmalige Weltmeisterin.

Einen Tag nach seinem ersten Weltcup-Sieg in einem Verfolgungsrennen verzichtete Arnd Peiffer ebenfalls wegen einer Erkältung auf seinen Renneinsatz am Sonntag. Der Sprint-Weltmeister wird genau wie die ebenfalls angeschlagenen Andreas Birnbacher und Simon Schempp sehr wahrscheinlich auf den nächsten Weltcup in Kontiolahti verzichteten. Ob Rekord-Weltmeisterin Neuner mit ins eisige Finnland fliegt, ist noch nicht entschieden. „Das sind alles hochsensible Sicherheitsmaßnahmen“, sagte Chefcoach Uwe Müssiggang.

Dreieinhalb Wochen vor der Heim-WM in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) hatte sich Neuner beim drittletzten Weltcup einmal mehr in vielversprechender Form präsentiert und war trotz ihrer Erkältung nicht zu schlagen. Dank ihrer Siege in Sprint und Verfolgung bringt es die Ausnahmebiathletin nun auf 31 Weltcup-Erfolge. Die 24-Jährige überholte damit Uschi Disl (30 Siege) und ist alleinige Zweite hinter der Schwedin Magdalena Forsberg (42). Nun will die Wallgauerin zum dritten Mal den Gesamtweltcup gewinnen. „Das ist ein Ziel. Und ich bin ja auf dem besten Weg dazu.“

Neuner steckt deshalb in der Zwickmühle. Eigentlich müsste sie nach Hause fliegen, um richtig gesund zu werden, doch kann sie auf die Punkte beim letzten Weltcup vor der WM verzichten? „Vielleicht werden wir die Entscheidung auch bis Montag hinauszögern und das von der Wettervorhersage abhängig machen“, sagte am Sonntag Teamarzt Jan Wüstenfeld.

Genau wie Neuner gewann Peiffer sein Rennen souverän. Der Niedersachse erkämpfte sich 31,2 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Emil Hegle Svendsen. „Ich bin sehr stolz, dass es mit viermal Null in der Verfolgung geklappt hat. Und es ist ja auch der erste Sieg, der nicht im Sprint gelungen ist. Jetzt habe ich bewiesen, dass ich auch in der Verfolgung ganz oben stehen kann. Das war ein toller Tag für mich“, sagte der Sprint-Weltmeister, der sich wie die anderen Gewinner über die traditionelle Sieger-Audienz bei Norwegens König Harald V. freute.

Aufmunternde Worte fand der Monarch für Neuner. „Er hat gesagt, dass er traurig ist, dass ich aufhöre. Das fand ich echt nett“, erzählte die 24-Jährige nach ihrem siebten Saison-Sieg.

Doch trotz aller gesundheitlichen Probleme fuhren die Deutschen am Holmenkollen ein beachtliches Ergebnis ein. Vier Siege und zwei zweite Plätze standen zu Buche. Im abschließenden Massenstart erreichte der ebenfalls angeschlagene Birnbacher Rang zwei und musste sich nach 15 Kilometern nur dem Weltcup-Gesamtführenden Svendsen geschlagen geben. Ausschlaggebend waren vier fehlerfreie Schießeinlagen.

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