Kontiolahti Die Bundestrainer suchten schon nach Erklärungen für den verpatzten WM-Auftakt, als die tschechische Mixedstaffel die Glückwünsche zur Goldmedaille entgegennahm. „Der sechste Platz ist mittendrin statt nur dabei. Damit müssen und können wir leben“, sagte Herrentrainer Mark Kirchner: „Wenn wir an den Start gehen, wollen wir immer um die Medaille mitlaufen. Nach dem sehr durchwachsenen Beginn war das aber noch ein sehr versöhnliches Ende.“

Aber eben kein Edelmetall, das sich die in letzter Zeit so erfolgsverwöhnten DSV-Skijäger erhofft hatten. Mit dem Einsatz der zweiten Garde pokerten sie hoch - und verzockten sich. Während Daniel Böhm (Buntenbock) und Benedikt Doll (Breitnau) einen starken Eindruck hinterließen, stießen Luise Kummer (Frankenhain) und Franziska Preuß (Haag) bei äußerst schwierigen Schneeverhältnissen an ihre Grenzen.

„Die Mädels taten mir ein bisschen Leid, für die war es richtig hart“, sagte Doll, ergänzte aber: „Wir laufen die Staffel immer noch zu viert, ich bin sehr glücklich mit dem Resultat.“ Böhm meinte: „Wir hätten uns gewünscht, dass wir von Anfang an näher an der Spitze dran sind, aber es ist so gelaufen, wie es gelaufen ist.“

Mit ihren eigenen Leistungen waren die beiden Männer durchaus zufrieden. Weil aber die Probleme von Kummer und Preuß mit dem tiefen und stumpfen Schnee dem DSV-Quartett schon zur Halbzeit um sämtliche Medaillenchancen gebracht hatten, fehlte am Ende eine knappe Minute zu Bronze. Wie schon bei der WM 2013 gab es kein Edelmetall zum Auftakt. Den Sieg nach 2x6km und 2x7,5km sicherte sich Tschechien mit 20,2 Sekunden vor Frankreich. Bronze holte Norwegen (+27,2).

Die deutschen Skijäger liebäugeln in Finnland mit vier Medaillen, dafür schonten die Bundestrainer Gerald Hönig (Frauen) und Kirchner zum Auftakt sogar ihre vermeintlich Besten, den Gesamtweltcup-Zweiten Simon Schempp und die zuletzt aufstrebenden Arnd Peiffer und Laura Dahlmeier.

Die drei Überflieger, auf denen in den Einzelrennen die größten Hoffnungen ruhen, werden erst am Samstag in den Sprints in die WM starten und sollen nach Möglichkeit schon dann Edelmetall liefern. Alle drei haben in diesem Winter bereits Rennen gewonnen, für die Nicht-Nominierung zum Auftakt zeigten sie Verständnis.

„Es gab da keine Streitigkeiten, ich stehe voll hinter der Entscheidung der Trainer“, sagte der 26-jährige Schempp. Für den ehemaligen Sprint-Champion Peiffer war die Entscheidung der Trainer angesichts der Leistungsdichte im deutschen Team sogar logisch. „Wir müssen es ausnutzen, dass wir etwas haben, was die anderen Nationen nicht haben“, sagte Peiffer. Und das seien „sechs Männer, die ein ähnliches Niveau haben“.

In den finnischen Wäldern war aber auch für die beiden Männer trotz einer guten Vorstellung nichts mehr zu holen, zu groß war schon zur Halbzeit der Abstand zur Spitze. „An den Ski lag es nicht. Ich habe einfach auch die lange Saison in den Knochen gespürt“, sagte Kummer: „Es tut mir wahnsinnig leid für das Team.“ Auch Preuß klagte nicht über schlechtes Material unter ihren Füßen, sondern sprach von einem „schlechten Tag“ und zuckte mit den Schultern.

Immerhin dürfen sich die Biathleten am Freitag von ihren Strapazen erholen, die nächsten Wettkämpfe finden erst am Samstag statt. Dann, so das Versprechen der Organisatoren, soll in den Sprints auch die Loipe wieder in einem besseren Zustand sein.

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