Oslo Nach dem klar verpassten Gold-Coup konnte Staffel-Schlussläuferin Laura Dahlmeier ihre erste Enttäuschung nicht ganz verbergen. Als die 22-Jährige als Dritte bei der Biathlon-WM in Oslo hinter Norwegen und Frankreich ins Ziel lief, zuckte sie fast schon ein bisschen entschuldigend mit den Schultern. „Der Rummel, das ganze Drumherum ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen“, sagte die nun viermalige Medaillen-Gewinnerin am Freitag. Fair stellte sie fest: „Die anderen waren einfach besser.“

Obwohl die Titelverteidigung nicht gelang, freuten sich Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Maren Hammerschmidt und dann auch Dahlmeier bei der Blumen-Zeremonie im Stadion vor 25 000 Fans über Bronze. „Es hat mich schon etwas geärgert, und es hat einen Moment gedauert, um zu realisieren. Hey, das ist ein Großereignis, es ist eine Medaille“, sagte Dahlmeier, „du kannst wirklich glücklich sein, über das, was da gerade passiert ist.“

Bei der stimmungsvollen Siegerehrung am Abend vor begeisterten 15 000 Fans, bei der die Siegerinnen in goldenen Jacken und goldenen Schuhen auftraten, überwogen nur noch die Glücksgefühle. „Ich freue mich sehr über die Medaille“, sagte Dahlmeier und strahlte wieder. Für WM-Debütantin Maren Hammerschmidt war es das erste Mal in ihrer Karriere, dass sie so etwas erleben durften: „Es ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Einfach der Hammer.“

Nach vier Nachladern fehlten dem deutschen Quartett 28,6 Sekunden auf die überschwänglich gefeierten Gastgeberinnen. Auch Norwegens König Harald V. war begeistert. Die Französinnen schossen wie die Gastgeberinnen schlechter als das DSV-Team, waren in dem spannenden Staffel-Rennen aber 5,3 Sekunden schneller.

„Wir haben unser Bestes gegeben und sind mit der Bronzemedaille belohnt worden“, sagte WM-Debütantin Hammerschmidt, die ein gutes Rennen ablieferte und ihre Nominierung rechtfertigte. „Wir sind echt froh über den dritten Platz. Die Konkurrenz ist echt stark, da muss man erst einmal eine Medaille holen“, fand Geburtstagskind Preuß, die am Morgen zu ihrem 22. ein Ständchen von der gesamten Mannschaft bekam.

Vor allem auf Dahlmeier hatten alle ihre Hoffnungen gesetzt. Sollte es zum Showdown kommen, sei gegen die nerven- und laufstarke Skijägerin kein Kraut gewachsen, hatte Bundestrainer Gerald Hönig gesagt. Doch die Verfolgungs-Weltmeisterin, schon mit Bronze im Sprint und Einzel dekoriert, konnte diesmal in der Loipe nichts mehr zusetzen und nach dem letzten Schießen den Rückstand von knapp zwölf Sekunden auf Norwegen nicht wettmachen. „Mich hat es schon etwas geärgert, dass es läuferisch nicht ganz so locker gegangen ist. Ich habe schon Körner gelassen die letzten Tage“, meinte Dahlmeier.

Für Preuß begann das Rennen mit einer Schrecksekunde, eine Kontrahentin fuhr ihr über die Ski, sie kam zu Fall, ein Stock brach. Erinnerungen an Sotschi 2014 wurden wach, als Preuß stürzte und die Olympia-Staffel schön früh am Ende war. Diesmal ließ sich Preuß nicht aus dem Rhythmus bringen, sie benötigte insgesamt nur zwei Reserve-Patronen.

Die wie Preuß bereits mit Mixed-Silber dekorierte Hildebrand machte sich mit einem Rückstand von 23,6 Sekunden auf Spitzenreiter Finnland auf die zweite Sechs-Kilometer-Runde. Mit zwei fehlerfreien Schießeinlagen lief sie auf Platz zwei vor. Hammerschmidt zeigte in ihrer ersten großen Staffel eine starke Leistung und kam mit zwei Ersatzpatronen aus. Norwegens Sprint-Weltmeisterin Tiril Eckhoff konnte sie jedoch nicht halten.

Dann ging Verfolgungs-Weltmeisterin Dahlmeier auf die Jagd und räumte alle zehn Scheiben ab. Obwohl die Norwegerin Marte Olsbu als auch Frankreichs zweimalige Weltmeisterin Marie Dorin-Habert patzten, konnte der deutsche Biathlon-Star daraus keinen Profit schlagen.

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