Nove Mesto Nach dem Debakel zog sich Miriam Gössner die Kapuze tief ins Gesicht, vergoss bittere Tränen und verließ die Arena in Nove Mesto völlig frustriert. „Ich kann mir wirklich nicht erklären, was los war. Es tut mir total leid für die ganze Mannschaft“, sagte Gössner.

Mit ihren Patzern am Schießstand und dem bitteren Gang in die Strafrunde hatte die 22-Jährige die Mixed-Staffel zum WM-Auftakt in Tschechien früh um alle Medaillenchancen gebracht. Am Ende stand für das deutsche Team beim Titel-Hattrick des norwegischen Quartetts vor Frankreich und dem von den 27 000 Fans frenetisch gefeierten Gastgeber Tschechien mit dem 13. Platz das schlechteste Ergebnis der WM-Geschichte.

Schießstand zusammengebrochen

Im slowakischen Osrblie waren Evi Sachenbacher-Stehle und ihre Teamkolleginnen gerade beim Anschießen für das Biathlon-Einzelrennen beim IBU-Cup. Plötzlich krachte es, und der Schießstand brach zusammen. „Unser Rennen wurde auf Morgen verschoben“, schrieb Sachenbacher-Stehle am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite im Internet. Auf ihrem Posting posierten sie und Maren Hammerschmidt vor dem eingestürzten Dach des Schießstandes - mit einem verschmitzten Lächeln.

Mit 2:40,7 Minuten Rückstand blieb das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach zehn Nachladern weit hinter den eigenen Erwartungen zurück und im Mixed-Wettbewerb zum ersten Mal seit fünf Jahren ohne WM-Medaille.

„Ich weiß nicht, warum ich die Fehler geschossen habe, das war einfach nicht notwendig. Ich habe mich eigentlich total gut gefühlt“, sagte Gössner, die an Position zwei lief, und ergänzte: „Es hat einfach überhaupt nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte.“

Doch auch ihre Teamkollegen schwächelten. Gemeinsam mit Andrea Henkel (2 Nachlader), Simon Schempp (1) und Andreas Birnbacher (3) verpatzte Gössner (1 Strafrunde) das Rennen und sorgte für das schwächste deutsche Ergebnis seit Einführung des gemischten Doppels. Zu der ersehnten Medaille fehlten den Weltmeistern von 2008 und 2010 mehr als zwei Minuten – eine halbe Ewigkeit.

„Es war schwer, da wir nicht einmal den Kontakt zur Spitze hatten“, sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig. Nun müsse man dringend analysieren, was die Gründe für die überraschend schwache Vorstellung in der Loipe und das Fehlerfestival am Schießstand waren.

Derweil hat der dreimalige Biathlon-Olympiasieger Michael Greis die hohen Medaillen-Ziele der Skisport-Funktionäre bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen kritisiert. „Man muss die Erwartungen vielleicht ein wenig zurückschrauben. Es tut den Athleten auch gut, wenn man nicht so große Anforderungen hat“, sagte der im Dezember vom Leistungssport zurückgetretene Greis.

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