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Jedes Wochenende muss Herbert Peters vom Sängerkreis an der Musikmuschel den Müll anderer Leute beseitigen. Die Stadtverwaltung will nun auf seine Beschwerde reagieren.

Von Stephan Giesers

Wilhelmshaven Wenn Herbert Peters mit seinem Fahrrad durch den Kurpark fährt, wird er wütend. Müll liegt in den Beeten rund um die Musikmuschel. Auf der Bühne stinkt es nach Urin, die Wände sind mit Graffiti beschmiert.

„So schlimm wie in den vergangenen Wochen ist es schon lange nicht gewesen“, sagt Peters und zeigt auf leere Flaschen und Glasscherben, die vor der Musikmuschel verstreut liegen. Als Vorsitzender des Wilhelmshavener Sängerkreises organisiert er seit neun Jahren die Sonntagskonzerte im Kurpark – und räumt immer wieder den Müll anderer Leute weg.

Zuletzt am vergangenen Wochenende, damit das Konzert zum „Tag des Liedes“ stattfinden konnte. „Erst vor zwei Wochen haben wir die Musikmuschel gründlich auf Vordermann gebracht, um die Konzertreihe eröffnen zu können. Lange hat das nicht gehalten.“ Hilfe beim Aufräumen bekommt er von Peter Seifert und Mitgliedern des Sängerkreises, obwohl sie eigentlich die Stadtverwaltung in der Pflicht sehen.

Der städtische Eigenbtrieb Straße & Grün sei nur für die Grünpflege zuständig, erklärt indes Werksleiter und Baudezernent Klaus-Dieter Kottek: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten beseitigen wir auch den Abfall, allerdings ist das nur in der normalen Arbeitszeit und nicht am Wochenende möglich.“ Dies sei nicht zuletzt eine Kostenfrage.

Veranstalter der Konzerte ist das Kulturbüro der Stadt Wilhelmshaven – gesponsert wird die Reihe von der „Spar & Bau“. Die Wohnungsbaugenossenschaft überlegt zurzeit, einen Sicherheitsdienst zu engagieren, der für Ordnung an der Musikmuschel sorgt. „Der Kurpark ist städtisches Gelände, aber auch wir fühlen uns in der Pflicht und wollen etwas tun“, sagt Peter Homann vom Vorstand. Vor einiger Zeit hatte die Genossenschaft Parkbänke an der Muschel reparieren lassen. Die sind inzwischen wieder stark beschädigt worden.

Verantwortlich für Verschmutzung und Vandalismus soll eine Gruppe Jugendlicher sein, die an der Musikmuschel an Wochenenden Gelage feiert. Das bestätigt auch die Polizei Wilhelmshaven, die nun verstärkt im Kurpark Streife fahren will. „Das Problem ist bekannt, hat sich aber in jüngster Zeit wesentlich verschäft“, sagt Polizeisprecher Markus Wallenhorst.

Jetzt wollen die Polizeibeamten ein Konzept erarbeiten, um die Lage in den Griff zu bekommen. Angedacht sei eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und anderen zuständigen Behörden der Stadt Wilhelmshaven, so Wallenhorst.

Inzwischen will sich auch die Stadtverwaltung Maßnahmen überlegen. Für Herbert Peters vom Sängerkreis dürfte das Musik in den Ohren sein: „Viel zu lange war die Stadtverwaltung untätig. Jetzt muss endlich etwas passieren.“

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