Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven Die Stadt Wilhelmshaven wird bis zum Jahr 2020 weiter schrumpfen. Nur noch 78 250 Menschen werden dann in der Jadestadt wohnen, 6750 weniger als 2007 – ein Verlust von 7,9 Prozent. Davon geht zumindest das Hamburger GEWOS-Institut aus, das im Auftrag des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen Bremen (VDW) nach 2002 und 2004 zum dritten Mal ein Gutachten zur „Entwicklung der Wohnungsmärkte in Bremen und Niedersachsen bis 2020“ vorgelegt und dabei auch die Situation in den Landkreisen und kreisfreien Städten unter die Lupe genommen hat (die NWZ berichtete.

Die Zahl der Haushalte wird der Untersuchung zufolge um 2000 auf 39 250 sinken, das wären vier Prozent weniger als 2007. Für den Wohnungsmarkt würde das eine Erhöhung des bestehenden Angebotsüberhangs bedeuten. Das GEWOS-Institut geht von einer geringfügigen Ausweitung des Wohnungsbestandes bei stark rückläufiger Nachfrage aus.

Für Michael Witt, den Leiter des Stadtplanungsamts, sind die Zahlen und Entwicklungen wenig überraschend. Das entspreche dem Kenntnisstand der Stadt. Der Appell zum Gegensteuern und Entwickeln neuer Konzepte, den VDW-Direktor Bernd Meyer bei der Vorstellung der Studie aussprach, nimmt man in Wilhelmshaven gelassen.

„Das meiste davon tun wir bereits“, kommentiert Peter Hohmann, Vorsitzender der Spar & Bau Wohnungsbaugenossenschaft, die Handlungsempfehlungen, die GEWOS der Wohnungswirtschaft mit auf den Weg gibt: Gezielte Investitionen zur Anpassung des Bestands an künftig gefragte Marktsegmente, Optimierung der Vermarktung, Schaffung von zusätzlichen Serviceleistungen, Modernisierung von Wohnungen und Gebäuden sowie Wohnumfeldmaßnahmen.

Nur die mit hoher Priorität empfohlene Mieterprivatisierungen und Veräußerungen in weniger gefragten Marktsegmenten werden von Spar & Bau abgelehnt.

Laut Prognose werden sich im Mehrfamilienhaussektor die Angebotsüberhänge verstärken, bei Ein- und Zweifamilienhäusern dagegen werde die Nachfrage geringfügig steigen. Gleichwohl setzt Spar & Bau weiter auch auf Neubau bei gleichzeitig regelmäßiger Investition in ihren Bestand.

Gute Wohnungen seien weiterhin gefragt, sagt Hohmann. Leerstand treffe vor allem Häuser von schlechter Qualität und sei nicht das Problem der ortsansässigen Wohnungsbaugenossenschaften.

Die allerdings können durchaus Interesse haben, marode Immobilien zu erwerben, vor allem als Wohnumfeldverbesserung für den eigenen Bestand. Auf die Dauer sieht Hohmann allerdings auch für sein Unternehmen die Möglichkeit, bei anhaltend sinkender Nachfrage Häuser abzureißen. Bei einem Bestand von derzeit 3000 Wohnungen sei der Spielraum dazu vorhanden, ohne das Unternehmen in seiner Substanz zu gefährden.

Kurzfristig sieht Stadtplaner Witt wenig Möglichkeiten, durch Abriss das Überangebot zu verringern. Denn das käme einer Kapitalvernichtung gleich.

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