Wilhelmshaven Er suchte die große Liebe, doch statt einer Romanze reicher ist ein 72-Jähriger aus Wilhelmshaven nun um einige Euro ärmer. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, ist der Mann auf geschickte Liebesbetrüger hereingefallen – und muss nun mit einem „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ leben.

Das vermeintliche Liebesglück des Wilhelmshaveners begann demnach im September, als er über den Messaging-Dienst Skype von einer Frau aus Ghana kontaktiert wurde. Über einen längeren Zeitraum wurden Chatnachrichten ausgetauscht, alsbald schaffte es die Internetbekanntschaft, das Vertrauen des 72-Jährigen zu gewinnen. „In der Annahme, dass seine Bekanntschaft zu ihm nach Deutschland reisen werde, überwies das Betrugsopfer wiederholt Geldbeträge ins Ausland“, berichtet die Polizei. Da war der Liebessuchende bereits in die Falle getappt. „Am Tage des scheinbar bevorstehenden Treffens meldeten sich angebliche Familienangehörige beim Anzeigenden und versuchten diesem unter Vortäuschen einer Notlage weiteres Geld zu entlocken“, heißt es in der Mitteilung weiter. Doch da wurde der Wilhelmshavener misstrauisch – und begab sich zur Polizei.

Den Beamten ist die Masche als sogenanntes „Love-Scam“ oder auch „Romance-Scam“ bekannt. „Bei der Betrugsmasche „Love-Scam“ geben sich die Täter auf Online-Partnerbörsen, Chat/Messanger-Portalen oder in sozialen Netzwerken unter anderem als als seriöse Persönlichkeiten wie beispielsweise Ärzte, Ingenieure oder Architekten aus, um dort nach potenziellen Opfern zu suchen“, beschreibt die Polizei in einer Mitteilung die Masche der Liebesbetrüger. Insbesondere durch weibliche Täter werde dabei versucht, Kontakt zu alleinstehenden Herren aufzunehmen heißt es in einer Mitteilung weiter – was den Betrügern in Wilhelmshaven gelang.

Aus dem anfänglichen Kennenlernen entwickelt sich demnach nach wenigen Wochen eine „einseitige“ Liebesbeziehung, wobei der Kontakt in der Regel nur per E-Mail oder Chatprogramm erfolgt. Haben die Täter das Vertrauen des Opfers gewonnen, täuschen sie eine finanzielle Notsituation vor, um die Opfer zu einer Überweisung zu „drängen“.

Statt der großen Liebe bleibt dem 72-Jährigen nun nurein „erheblicher wirtschaftlicher Schaden“, wie die Polizei berichtet. Wie hoch der finanzielle Verlust tatsächlich ist, wurde nicht bekannt gegeben.

Christian Ahlers
Redakteur
Online-Redaktion

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