Die Spar & Bau-Wohnungsbaugenossenschaft ist wegen Mietanpassung in die Kritik geraten. Der Vorstand weist sie mit Hinweis auf eine geläufige Praxis zurück.

Von Norbert Czyz

Wilhelmshaven Die Spar & Bau-Wohnungsbaugenossenschaft Wilhelmshaven wolle mit außergewöhnlichen Mieterhöhungen bei ihren gut 3000 Mieter den Neubau von „Luxuswohnungen“ an der Kieler Straße finanzieren, so mutmaßte ein Kritiker. Ein anderer warf dem Unternehmen vor, seine Sorgfaltspflicht als Vermieter nicht wahrzunehmen und bei der Renovierung zu knausern.

Die Vorstände der Spar & Bau, Peter Hohmann und Dieter Wohler, haben alle gegen Spar & Bau erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen: Zum Vorwurf der außergewöhnlichen Mieterhöhung im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung des ehemaligen Citybad-Areals sagte Hohmann, die Spar & Bau praktiziere seit vielen Jahren unabhängig von geplanten Neubauobjekten, die Mieten im Turnus von drei Jahren an den Lebenshaltungskostenindex anzupassen. Das sei zuletzt 2006 gewesen und jetzt in diesem Jahr.

2006 sei die Anpassung moderat ausgefallen und weil der Lebenshaltungskostenindex in den vergangenen Jahren eben stärker angestiegen sei als in den Jahren zuvor, habe man die Mieten um durchschnittlich 6,3 Prozent anheben müssen. Aber es sei schon abzusehen, dass 2012 die Anpassung wesentlich günstiger ausfallen werde.

In der Anpassung an den Lebenhaltungskostenindex sehen Hohmann und Wohler einen wichtigen Grundsatz für eine gesunde Finanzpolitik des Unternehmens. Schließlich garantiere Spar & Bau den Anteilseignern, darunter 3134 Mieter, auf je 300 Euro pro Anteilsschein eine jährliche Dividende von vier Prozent. Weitere Begünstigte gebe es nicht – einmal von den Löhnen und Gehältern der Mitarbeiter abgesehen.

Gar nicht nachvollziehen kann Wohler den Vorwurf, bei der Sanierung der Altbauten zu knausern. Allein in diesem Jahr gebe Spar & Bau sieben Millionen Euro für die Sanierung von Wohnungen und für Renovierungen aus. Das sei nur geringfügig weniger als im vergangenen Jahr. Überhaupt habe sich das jährliche Volumen für die Sanierung von Altbauten seit den 90er Jahren etwa verdoppelt, wie den Geschäftsberichten zu entnehmen sei.

Erst recht treffe nicht zu, dass Mieter von Altbauwohnungen mit ihrer Miete Neubauobjekte finanzieren müssten. Der Neubau an der Kieler Straße sei fremdfinanziert und das Objekt werde über die Mieten refinanziert. Auch handele es sich an der Kieler Straße nicht um Luxuswohnungen. Wohler: „Das ist ein Klischee“.

Es sei für ein funktionierendes Wohnungsbauunternehmen notwendig, dem alten Wohnungsbestand stets Neubauten hinzuzufügen, die den Ansprüchen der Zeit entsprächen. Wohler: „Die Nachfrage nach modernen Wohnungen ist da, und die befriedigen wir mit dem Neubau an der Kieler Straße.“ Die Tatsache, dass von den gut 600 Interessenten an den Wohnungen die Hälfte Mitglieder geworden oder schon gewesen sei und etwa ein Viertel derzeit in Wohnungen der Spar & Bau wohne, bestätige diese Annahme. Ein weiteres Indiz dafür, sich richtig am Markt zu platzieren, sei die Tatsache, dass die Vermietungsquote der Spar & Bau bei 99,5 Prozent liegt.

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