wilhelmshaven „Stadttheater" steht auf dem Klingelschild in der Marienstraße 18. Die Wohnung im zweiten Stock hat die Bühne „für lau" von der „Spar & Bau". Geräumig ist sie schon und auch saniert, aber für ein ganzes Theater doch wohl etwas beengt.

Aber keine Panik: Wenn der Raum knapp wird, gibt es ein Ausweichquartier in der Admiral-Klatt-Straße 37 (4. Stock) oder in der Weserstraße 144 (3. Stock). Fragt sich nur, was die Stadt mit der Immobilie des Stadttheaters anfängt, wo doch die Stadthalle schon praktisch leer steht?

Nein, alles Mumpitz, die Bühne ist nicht pleite. Sie hat sogar ein Extra-Budget aus dem Förderprogramm „Lokales Kapital für soziale Zwecke" (LOS) bekommen. Damit und unterstützt von der Wohnungsbaugenossenschaft „Spar & Bau" inszeniert Regisseur Christof Meckel von Donnerstag bis Sonnabend (9. bis 11. Juni) in der Südstadt das Theaterereignis "Wilhelmshaven wohnt!".

Im vergangenen Jahr brachte er in einem vergleichbaren Projekt im Jungen Theater bereits „Die Sturmflut" auf die Bühne. Diesmal wird sich in sechs Wohnungen jeweils ein halbstündiges Minidrama abspielen, das dreimal am Abend wiederholt wird. „So können die Zuschauer zwischen den verschiedenen Wohnungen hin- und herspazieren und damit auch die Südstadt als Wohnwelt kennen lernen", sagt Meckel beim Pressegespräch in der leeren Wohnung in der Marienstraße 18. Die steht seit zwei Jahren leer wie rund ein Fünftel aller Südstadt-Wohnungen.Leere Wohnungen sind dann auch der Dreh- und Angelpunkt der Geschichten, die Meckel und die 30 Laiendarsteller entwickelt haben. Wie kam es zum Leerstand, was passiert nun?

Ob auch eine Schlägerei im Spiel sei und Sex, will ein älterer Journalist wissen? In der Tat, auch das komme vor, verrät der Regisseur. „Siehste", freut sich der Kollege. In der Marienstraße etwa wird eine existenzbedrohte Maklerin auf die chinesische Familie Dschung Fu stoßen. In der Admiral-Klatt-Str. 15 wird ein seltsamer Geburtstag gefeiert, aber ein Gast ist gefesselt.

Bei der Willkommensparty für die Freundin aus Amerika in der Admiral-Klatt-Straße 37 wird sogar eine Live-Band aufspielen. Drei Stücke werden zweisprachig deutsch/englisch, deutsch/französisch und deutsch/spanisch aufgeführt. Für turbulente Unterhaltung und nachdenkliche Momente dürfte mithin gleichermaßen gesorgt sein.

Karten zu den Vorstellungen sind wegen der auf jeweils 15 beschränkten Zuschauerzahl nur im Vorverkauf im Stadttheater an der Virchowstraße erhältlich. Hier müssen Besucher auch entscheiden, welche Stücke sie zu welcher Zeit (19, 20, 21 Uhr) ansehen wollen.

„Das Interessante ist, dass die Wohnungen und die Geschichten ganz unterschiedlich sind", sagt Meckel und rät deshalb dazu, mehrere Karten zum Preis von jeweils 2,50 Euro zu erwerben.

Und was sagen die neuen Nachbarn der Landesbühne zu dem dramatischen Treiben unter ihren Dächern? „Die meisten kommen als Zuschauer nach nebenan", freut sich der Regisseur.

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