Wilhelmshaven/Ga Die Wilhelmshavener SPD steht vor einer Richtungsentscheidung. Der langjährige Kreisvorsitzende Norbert Schmidt hat auf der Vorstandssitzung seiner Partei am Montag angekündigt, dass er für eine Wiederwahl am Parteitag am 14. März nicht mehr zur Verfügung steht.

Wie Schmidt gestern gegenüber der „Wilhelmshavener Zeitung“ sagte, habe für ihn dieser Schritt schon seit einigen Wochen festgestanden. Er reagierte damit auch auf die parteiinternen Querelen. Er wolle, ebenso wie seine Stellvertreterin Christine Will, jetzt den Weg frei machen für andere.

„Wir werden einer Verjüngung nicht im Weg stehen“, sagte er

Schmidt (60) steht seit 16 Jahren an der Spitze der SPD in Wilhelmshaven. Als Ratsvorsitzender und baupolitischer Sprecher seiner Fraktion gehört er zu den einflussreichsten Kommunalpolitikern im Rat. Über Jahre war er in der Partei unumstritten, galt als Bindeglied zwischen Parteibasis und Fraktion.

In den vergangenen Monaten geriet Schmidt zunehmend in die Schusslinie parteiinterner Kritiker, die unter anderem der Fraktionsspitze undemokratisches Verhalten sowie Verstöße gegen Parteistatuten vorwerfen.

Schmidt räumte gegenüber dieser Zeitung ein, dass er sich nicht mehr in der Lage sieht, die auseinander driftenden Flügel der Partei wieder zusammenzuführen. „Da müssen jetzt andere versuchen.“ Er sei aber keinesfalls frustriert und werde sich in Zukunft intensiv auf seine Ratsarbeit konzentrieren. Aber, so räumte der Pädagoge ein: „Es haben auch Verletzungen stattgefunden.“ Die sei er auch mit Blick auf seine Familie nicht mehr bereit hinzunehmen.

Die SPD wird auf dem Parteitag nicht nur über neue Köpfe befinden, sondern auch das künftige Verhältnis von Parteibasis zur Fraktion überdenken müssen. Nach dem Rückzug von Schmidt und Will ist es durchaus vorstellbar, dass die Fraktion im künftigen Kreisvorstand nicht mehr vertreten ist. Als Bewerber für den Posten des SPD-Chefs werden der bisherige stellvertretende Kreisvorsitzende Volker Block sowie Helmut Stumm gehandelt.

In Querelen in der SPD werden auch die überörtlichen Gremien beschäftigt. So hat der Kreisvorstand seine Absicht bekräftigt, gegen die parteiinternen Kritiker Tim Sommer und Wolf-Dietrich Hufenbach ein Ordnungsverfahren einzuleiten.

Für den seit Jahresbeginn vorstandslosen SPD-Ortsverein Mitte, dem Sommer und Hufenbach angehören, setzte der Kreisvorstand für den 12. Februar eine Mitgliederversammlung an. Der neu zu wählende OV-Vorstand muss sich dann sputen, wenn er noch Anträge für den Kreisparteitag stellen will. Die Antragsfrist endet am 14. Februar.

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