Wilhelmshaven /ga In jeder Krise stecken auch Chancen. Das hat die Sparkassen- Organisation angesichts der internationalen Finanzkrise erlebt. Nach dem Eindruck des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Wilhelmshaven, Rolf Brandstrup, und des Vorstandsmitglieds Holger Sothmann hat das Geschäftsmodell der Sparkasse sich in der Krise bewährt.

„Für uns sind langfristige Kundenbindungen wichtiger als kurzfristiges Geschäft“, sagte Sothmann auf der Pressekonferenz des Geldinstitutes zum Jahreswechsel. Angesichts der Verunsicherungen im Umgang mit spekulativen Anlagen sei das Bedürfnis der Kunden nach kompetenter Beratung und Sicherheit der Einlagen deutlich geworden. Brandstrup: „Die Sparkasse ist in stürmischen Zeiten ein sicherer Hafen.“

Auf einem „sicheren Hafen“, den Jade-Weser-Port, beruhen auch die optimistischen Zukunftsaussichten der Sparkasse. „Es gibt in ganz Niedersachsen keine vergleichbare Großbaustelle“, stellte Brandstrup fest. Im Umfeld davon ergäben sich auch gut Chancen für örtliche Unternehmen.

Als Beispiele nannte der Sparkassen-Chef die Bauaktivitäten rund um den großen Hafen, Anfragen nach Flächen auf dem Voslapper Groden, Investitionen in die Wohnlogistik für externe Arbeiter. Hinzu kämen die Großinvestitionen in Kohlekraftwerke, Raffinerie-Erweiterung oder den Ausbau der Niedersachenbrücke.

Mit der Geschäftsentwicklung und den Vertriebsleistungen in 2008 sei man zufrieden. Das erwartete Jahresergebnis (um die 450 000 Euro) liege bei leicht gestiegener Bilanzsumme (rund 1,1 Milliarden Euro) „auf Vorjahresniveau“. Auch für 2009 erwarte man ein „stabiles Ergebnis“.

Bei den Gesamtausleihen im Volumen von 750 Millionen Euro (2007: 795 Mio. Euro) habe man einen leichten Rückgang zu verzeichnen gehabt – allerdings mit positiven Perspektiven: Die Darlehnszusagen seien um drei Prozent gestiegen. Von einer „Kreditklemme“, sagte Brandstrup, könne keine Rede sein – „höchstens aufgrund mangelnder Nachfrage“.

Das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse Wilhelmshaven habe sich in starken Zuwächsen bei Sparkassen-Anleihen und beim Zuwachssparen niedergeschlagen. Allein im letzten Quartal des Jahres sei hier ein Plus von 35 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen. Die Kundeneinlagen und Kundenwertpapierdepots insgesamt hätten sich mit einem Gesamtwert von 770 Millionen Euro „sehr gut behauptet“.

Im Immobilien-Vermittlungsgeschäft sei 2008 – von Sondereffekten in 2005 abgesehen – das beste Verkaufsjahr überhaupt gewesen. Gut gegangen seien günstige Privatimmobilien für den Eigengebrauch. Bei Gewerbeimmobilien sei die Nachfrage hingegen verhalten. Beim Wertpapierabsatz, insbesondere von Investmentfonds, gehöre Wilhelmshaven zu den erfolgreichsten Sparkassen in Niedersachsen.

Einen weiteren Schub im Bereich der Altersvorsorge erwartet Sothmann durch den so genannte „Wohn-Riester-Bausparvertrag“. Danach können staatliche Riester-Zuschüsse neuerdings auch für selbst genutztes Wohneigentum eingesetzt werden.

Die Sparkasse werde ihr Geschäftsstellennetz erhalten und zudem weiter in moderne Selbstbedienungstechnik investieren, kündigte Brandstrup an. Mit 254 Mitarbeitern, davon 19 Auszubildenen, sei man ein attraktiver Arbeitgeber. Allen sechs Azubis, die vor dem Abschluss stehen, werde man Übernahmeangebote unterbreiten.

Auch 2009 will sich die Sparkasse in der Förderung von Sport, Kultur, Kunst und Sozialem engagieren. Schwerpunkte in 2008 lagen bei der Restaurierung des Wasserturmes an der Gökerstraße sowie der Fertigung der Namensstelen auf dem Synagogenplatz. Ein Förderschwepunkt 2009 werde der Anbau ans Marinemuseum werden.

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