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Griechenland und fast ganz Frankreich nicht mehr auf Risikoliste

Wilhelmshaven Das Jahr 2012 ist vorüber – und somit auch das 50. Jubiläumsjahr der „Rolling Stones“, die sogar in der Jadestadt ein wenig Geschichte geschrieben haben.

In Wilhelmshaven spielte schon mal ein „rollender Stein“ auf dem Rathausplatz. 1979 feierten die Wilhelmshavener ihr „Wochenende an der Jade“ mit Großbritannien als Gastland. Der Botschafter der königlich-britischen Botschaft in Bonn, Oliver Wright, übernahm die Schirmherrschaft für die beliebte Veranstaltung. Der Adalbertplatz verwandelte sich in die Carnaby Street mit Flohmarkt und Platzkonzerten, einem „Englisch Pub“ und einem „Tea-Room“, Straßentheater, Straßenmusikanten und Artisten. Erstmalig feierte man im Pumpwerk ein „Windfest“, und der Rathausplatz verwandelte sich mit Tribünen und einer großen überdachten Bühne zum „Kolosseum“.

Dort traf sich ein einzigartiges Aufgebot an europäischen Spitzenmusikern wie Darts, Alexis Korner, Charlie Watts, Jack Bruce, Eric Burdon, Roger Chapman und der noch jugendliche Udo Lindenberg zu einem Rockkonzert der Extraklasse mit über 4500 Besuchern (an zwei Tagen). Allerdings ließ der damalige Kritiker kein gutes Haar an der Veranstaltung: „Zeigte sich Petrus schon nicht von seiner besten Seite, so hatte auch die Veranstaltung Sand im Getriebe – mit Rock’n’Roll-Geschmetter als Zugabe ging schließlich eine Veranstaltung zu Ende, die musikalisch überzeugte – den Rest sollte man allerdings schnell vergessen.“

Haben wir aber nicht! Dafür war die Zeit zu aufregend, die Musik zu laut, und organisatorische Schwierigkeiten prallten und prallen an jugendlicher Patina naturgemäß ab. Dafür waren alle Sinne auf Genuss gepolt. Auch der Wilhelmshavener Jürgen Fromm konnte im Sommer 1979 sein Glück kaum fassen: „So viel Musik-Prominenz auf einem Haufen und dann noch auf dem Wilhelmshavener Rathausplatz. Ich konnte es erst gar nicht glauben, dass diese Weltstars hier überhaupt auftreten. Na ja, geregnet hat es auch und die Pausen wurden schon in Stunden berechnet – genossen habe ich es trotzdem sehr.“

Für den Lehrer Peter Pollesche (BBS 1) war es 1979 überhaupt der „erste Kontakt mit Wilhelmshaven“. Seine Erinnerung klingt so: „Erst einmal musste ich mich durchfragen, wo denn die Innenstadt sei und das Rathaus – irgendwie schauten mich alle so komisch an, lag vielleicht daran, dass ich mich schon mitten in der Stadt befand … Studiert habe ich damals in Göttingen, gejobbt in Bremen und dann kam der August 1979 – für mich einfach unglaublich, Charlie Watts spielt in Wilhelmshaven.“

Jahre später fand Pollesche (bekennender Rockfan) seine Lebensstellung als Lehrer in der Jadestadt. Heiko Wollschläger besuchte mit seinem jüngeren Bruder Frank das Musikfestival und „noch heute gehen alle Lampen an“ wenn die Erinnerung ihn packt: „Charlie Watts spielte mit Alexis Korner, Jack Bruce am Bass – wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, denn das waren damals schon so berühmte Leute und jetzt waren sie hier, bei uns auf dem Rathausplatz.“

Leider existieren keine offiziellen Aufnahmen von Charlie Watts am Schlagzeug – dafür spielt er in den Erinnerungen vieler Wilhelmshavener bis heute sein unvergessenes Spiel. Merke: Eine Jugend in Wilhelmshaven kann schon sehr spannend sein, vorausgesetzt man ist zur rechten Zeit am rechten Ort, dann läuft einem auch schon mal ein rollender Stein über den Weg – akustisch gesehen.

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