wilhelmshaven Gefragt, mit wie vielen Gründungsmitgliedern er rechne, antwortete Stadtrat Dr. Jens Graul, zusammen mit Jörg Michael Henneberg Initiator der jetzt gegründeten „Gesellschaft für wilhelminische Studien“, vor der konstituierenden Sitzung im „Norfolk-Saal“ des Gorch-Fock-Hauses: „Ich denke mindestens 20“.

Es wurden 40, die auf Anhieb eine Beitrittserklärung ausfüllten – und es wären noch mehr geworden, wenn die übrigen Interessenten unter den gut 50 Teilnehmern an der Gründungsversammlung – vom Privatmann bis zum Professor – ihre Kontonummer im Kopf gehabt hätten.

Denn auch über das Geld wurde geredet – wenn auch in kleinen Mengen. Letztendlich beschloss die von Bürgermeisterin Ursula Aljets geleitete konstituierende Sitzung, an der neben dem Kaiser-Urenkel auch S.K.H. Kuno Herzog von Oldenburg und dessen Gemahlin Felicitas Herzogin von Oldenburg teilnahmen, einen Jahresbeitrag von zehn Euro für die Einzelmitglieder und 25 Euro für juristische Mitglieder.

Sie, die Bürgermeisterin, hatte in ihrer Begrüßung ihre Sympathie für die neue Gesellschaft bekundet ohne auf eine „kritische Würdigung“ des wilhelminischen Zeitalters zu verzichten. Sie merkte an, „dass Sozialdemokraten sich um 1890 in Oldenburg gelittener fühlen durften als in Preußen.“

Was es mit der Gründung der neuen Gesellschaft aus regionaler Sicht auf sich hat, das fasste der Vize-Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Hans Große Beilage, in seinem Grußwort zusammen.

Große Beilage sprach von der Achse „Wilhelmshaven-

Berlin-Potsdam“, erklärte sich mit der Sicht des Soziologen Dr. Nicolaus Sombarth einverstanden, wonach Wilhelmshaven als „technische Kaiserstadt“ zu bewerten sei und fügte an: „Die Stadt Wilhelmshaven ist das preußische Fenster des Oldenburger Landes“.

Einstimmig wurden in der gut vorbereitenden Versammlung Jörg Michael Henneberg, der stellvertretende Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, zum 1. Vorsitzenden, Wilhelmshavens Stadtrat Dr. Jens Graul zu seinem Stellvertreter, Dr. Jörgen Welp zum Schriftführer und Werner Krull, wie Welp von der Oldenburgischen Landschaft, zum Schatzmeister gewählt.

Vorgesehen als zweiter stellvertretender Vorsitzender ist Siegwart Graf zu Eulenburg. Er konnte gestern nicht anwesend sein und soll später gewählt werden.

In seinem Festvortrag bezeichnete Dr. Eberhard Straub Kaiser Wilhelm II. als modernen Monarchen mit Interesse für Technik und Architektur. Seine Flotte sei eine „technische Meisterleistung“ gewesen, er erinnerte an die Entwicklungsleistung des Grafen Zeppelin, an Wilhelm des Zweiten Toleranz, der immerhin Max Liebermann nach Berlin holte, obwohl er ihn nicht gemocht habe und Richard Strauss zum Hofkapellmeister berief.

Dass Kaiser-Bildnisse auf Münzen und Medaillen eine jahrtausendealte Tradition haben, darauf wies Dr. Jörgen Welp bei der Eröffnung der sehenswerten Ausstellung in der Schalterhalle der Sparkasse Theaterplatz hin. Dort hatte das Vorstandsmitglied Holger Sothmann die illustren Gäste mit dem Hinweis begrüßt, dass das tägliche Besucherpotential bei 500 Personen läge, denn so viele Kunden kämen täglich in den Theaterplatz.

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