Oldenburg /Wilhelmshaven Wie man aus wenig ganz viel machen kann, beweisen seit nunmehr zwei Jahren die Handballer des Wilhelmshavener HV. Rang sechs und zwölf: So lauteten die achtbaren Endplatzierungen des Zweitligisten nach dem Wiederaufstieg im Frühjahr 2015. Und auch in der am 26. August mit dem Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim beginnenden Saison 2017/18 soll es am Ende wieder der Klassenerhalt für den „Billigheimer“ WHV sein.

Das erneut zu schaffen, wäre in der Tat ein großer Erfolg für den früheren Erstligisten von der Jade. Mit einem Etat um die 850 000 Euro bildet der WHV einmal mehr das wirtschaftliche Schlusslicht der eingleisigen Zweiten Liga. Zum Vergleich: Die Spitzenteams können mit dem Drei- und Vierfachen planen.

„Das ist nun mal so. Die Rolle haben wir uns nicht ausgesucht. Wir können und müssen damit leben. Fertig“, sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann, der in der derzeit laufenden Vorbereitung zudem den Abgang gestandener Leistungsträger kompensieren muss. Abwehrchef, Kreisläufer und Kapitän Steffen Köhler zog es zum Liga-Konkurrenten VfL Lübeck-Schwartau, Torjäger Lukas Mertens eine Klasse höher zum SC Magdeburg, und Torwart-Legende Adam Weiner wechselte endgültig ins Trainerteam des WHV. Da auch Moritz Barkow die Wilhelmshavener mit unbekanntem Ziel verließ, muss die Kreismitte-Position mit Zugang Daniel Andrejew (Bayer Dormagen) und dem Niederländer Duncan Postel neu bestellt werden.

Von einer noch größeren Baustelle spricht Cheftrainer Köhrmann im Deckungsbereich. Hier gilt es, vor den beiden noch relativ jungen Torleuten Dennis Doden (23/ kam vom ASV Hamm) und Frederick Lüpke (21/eigene Jugend) eine robuste und zweitligataugliche Abwehr zu formieren. „Die muss stehen“, sagt er knapp – wohlwissend, dass das Spiel seiner Mannschaft vom Erzielen schneller Gegenstoß-Tore lebt.

In den ersten Testspielen gegen die SG VTB/Altjührden (37:22/Oberliga), den OHV Aurich (34:24/3. Liga) sowie zuletzt gegen Bundesligist GWD Minden (26:33) zeigte das Team von Köhrmann über weite Phasen bereits gute Ansätze. An diesem Wochenende beim Roland-Stein-Turnier um den Oldenburg-Cup (Halle Brandsweg) sollen weitere Fortschritte folgen. Der WHV trifft in der Vorrunde auf Gastgeber TvdH Oldenburg und Altjührden. Zweitliga-Konkurrent HSG Nordhorn spielt in der Gruppe A gegen Aurich und den VfL Edewecht. Klare Ansage von Köhrmann: „Ich gehe davon aus, dass wir am Sonntag im Finale auf Nordhorn treffen.“

Ganz so einfach dürfte es der WHV in der 2. Bundesliga nicht haben. Vier Clubs müssen die Klasse am Saisonende verlassen. Und bis auf die drei, vier Spitzenteams ist die Liga noch enger zusammengerückt. „Dahinter kann jeder jeden schlagen“, weiß auch Köhrmann. Allein die vier finanzstarken Neulinge HC Rhein Vikings aus Düsseldorf, Eintracht Hagen, der HC Elbflorenz und Eintracht Hildesheim haben ihre Mannschaften erheblich verstärkt. „Vor diesem Hintergrund kann das Ziel nur Klassenerhalt lauten“, sagt Köhrmann, der an der Jade einmal mehr aus wenig viel machen muss.

Otto-Ulrich Bals Autor
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.