Wilhelmshaven/csi Nabu-Pressewart Werner Hoffmann schlägt Alarm: „Für die geplante Wohnbebauung am Kurpark ist neben dem Abriss des Hallenbades auch das Fällen aller auf dem künftigen Baugelände vorhandenen Bäume und Strauchgehölze beschlossene Sache.“ Das will Hoffmann jetzt in einem Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde erfahren haben.

Betroffen seien mehr als 100 Bäume – vom Ahorn über die Mehlbeere bis zur Haselnuss. Eine besondere Rarität sei ein 50 Jahre alter Tulpenbaum neben dem Bad. „Nur sieben Bäume dieser Art wachsen in der Stadt. Der Baum könnte an diesem Ort mehrere hundert Jahre alt werden“, sagt Hoffmann.

Zwar seien Ersatzpflanzungen für Bäume, die unter die städtische Baumschutzsatzung fallen, vorgesehen, doch „in Zeiten des Klimawandels sollte ein so gravierender Eingriff in die Natur sowie der Verlust eines historischen Bauwerkes zum Nachdenken anregen“. Mit dem Abriss des Hallenbades gehe eine Ära Wilhelmshavener Schwimmgeschichte zu Ende, und eine in mehr als 40 Jahren gewachsene grüne Lunge werde es, so die Kritik des Nabu, in Kürze auch nicht mehr geben.

Was den Baumbestand auf dem künftigen Baugelände angeht, sieht Umweltdezernent Dr. Jens Graul jedoch „keinen Anlass zur Sorge“. Zwar kenne er die Baupläne des Investors Spar & Bau nicht im Detail, „ich bin mir aber sicher, dass Spar & Bau sorgsam mit der Natur umgeht. Durch eine geschickte Planung lassen sich bestimmt viele Bäume erhalten“. Dass mehr als 100 Bäume gefällt werden, glaubt er nicht. „Vielleicht sind es am Ende zwei.“

Sorgen machen dem Nabu zudem zwölf Platanen an der Kieler Straße. Bei einer Absenkung des Grundwasserspiegels während der Bauphase hätten die Bäume keine Überlebenschance. Gefährdet seien auch 63 Kastanien an der Mozartstraße. Dazu Graul: „Sollten Bäume gefährdet sein, muss die Grundwasserhaltung anders sichergestellt werden.“

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