Seit 100 Jahren fasziniert die K.-W.-Brücke ihre Betrachter. Das zeigen die Exponate, die der Förderverein Küstenmuseum für die Jubiläumsausstellung gesammelt hat.

Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven Die Porzellankuh ist Klaus Ritters ganzer Stolz. Sie ist zwar, wie er an der Bodenmarke erkennen kann, ein bayrisches Rindvieh. Dennoch trägt sie auf ihrem rot-weißen Fell die Wilhelmshavener Kaiser-Wilhelm-Brücke als Markierung.

Seit Monaten sammelt Ritter zusammen mit seiner Vorstandskollegin Rosemarie Eickert aus dem Verein zur Erhaltung und Förderung des Küstenmuseums alles, was in irgendeiner Form mit der Kaiser-Wilhelm-Brücke zu tun hat. Das Ergebnis soll zum 100. Geburtstag des Bauwerks vom 2. September an im Küstenmuseum ausgestellt werden.

Der Appell an die Wilhelmshavener, „Kitsch und Kunst“ zur Verfügung zu stellen, fiel auf fruchtbaren Boden. „Es ist überwältigend, was wir alles bekommen haben“, erzählen die beiden Ausstellungsmacher.

Allerdings verließen sie sich nicht nur auf freundliche Gaben. Rosemarie Eickert ist mittlerweile Flohmarkt-Expertin. Sie weiß, dass die Sonntagsmärkte eine Fundgrube für stadthistorisch Interessierte sind. Klaus Ritter hat seine Schnäppchen im Internet ergattert.

So wird an Nippes kein Mangel sein: Fliesen und Kacheln, Eierbecher mit Goldrand, Schnapsgläser, Aschenbecher, ein Zinnteller mit Uhr, Schlipse, Nickytücher aus den 50er-Jahren, Handstock-Beschläge: Es ließen sich ganze Souvenirgeschäfte mit K.-W.-Brücken-Andenken füllen. Im Internet ersteigerte Ritter aus Hessen eine „Mokkatasse“, die für den Wilhelmshavener eindeutig als Teetasse erkennbar ist. Manches ist billige Fabrikware, anderes durchaus von Wert.

„Es hat Spaß gemacht, das zusammenzutragen“, schwärmen Ritter und Eickert. Zurzeit versucht Klaus Ritter noch, 100 historische Postkarten zu finden. 70 hat er schon: die K.-W.-Brücke offen und geschlossen, mit Straßenbahn, Segelbooten oder dem „Langen Heinrich“. Die Vielfalt der alten Drucke macht deutlich, welche Sensation die bei ihrer Inbetriebnahme am 4. September 1907 größte Drehbrücke Europas darstellte.

Nicht nur in der Außenwerbung wurde die K.-W.-Brücke zum Wahrzeichen Wilhelmshavens. Auch die in der Jadestadt heimischen Maler beschäftigten sich intensiv mit diesem prägnanten Bauwerk, wie die Ausstellung zeigen wird. „Es ist spannend, wie die Brücke immer wieder wahrgenommen wurde“, staunt Klaus Ritter. Diedrich Janssen-Jennelt ist ebenso vertreten wie Georg Emil Baumann mit Plakatentwürfen oder Helmut Hertrampf mit einem Bild aus den 40er-Jahren.

Stolz sind Eickert und Ritter, dass zeitgenössische Maler eigens für die Ausstellung ihr Bild der Brücke auf die Leinwand gebracht haben: wild-bewegt bei Bernd Nöhre, beschaulich bei Afra Cassens-Mews. Carola Schapals, Christa Marxfeld-Paluszak, Jürgen Wild, Heinz-Carl Wimmer sind beteiligt. Krista Wilken hat dem Verein ihre drei Bilder geschenkt.

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Für Rosemarie Eickert zählen nicht nur die auf diese Weise zusammengekommenen Ausstellungsstücke. Genauso wichtig sind ihr die unzähligen Gespräche, die sie in den vergangenen Wochen geführt hat; beispielsweise die mit der Heimatforscherin Sophie Dobrinski-Hayunks, die nicht nur ein Bild aus Familienbesitz beizusteuern hatte, sondern auch ihre Erinnerungen an die Kindheit in Bant.

In diesen Gesprächen sei sehr viel Liebe zur Stadt und ihrem Wahrzeichen zum Ausdruck gekommen. Manchmal gab es allerdings kritische Töne. Natürlich auch zum baulichen Zustand des Geburtstagskindes. Diese kann Rosemarie Eickert relativieren. Bei ihrer Beschäftigung mit dem Thema hat sie eins festgestellt: „Im Lauf der Jahrzehnte wurde immer wieder der marode Zustand beklagt.“

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