146 Freiwillige ließen sich am Sonnabend in die Knochenmarkspender-Datei aufnehmen. Die Familie der an Leukämie erkrankten Inge Kramer hofft auf weitere Unterstützung.

VON STEPHAN GIESERS

Wilhelmshaven Ein kleiner Stich in den Arm, ein Pflaster, eine Unterschrift. „Das war‘s schon“, sagt Arzthelferin Frauke Hibbeler und zieht vorsichtig die Kanüle aus dem Arm von Antje Schoormann. Das Blut in Röhrchen Nr. 80 landet in der Kühlbox und mit Schoormann ein weiterer potenzieller Stammenzellenspender in der Kartei, die Leben bedeuten kann.

Die 25-Jährige war eine der vielen Freiwilligen, die sich am Sonnabend als mögliche Blutzellenspender im Foyer des Kinoplex registrieren ließen. „Das ist keine große Sache“, sagt sie. Aber vielleicht kann die junge Frau mit ihren Blutzellen einen Leukämiekranken vor den Tod bewahren.

Es könnte das Leben der Wilhelmshavenerin Inge Kramer sein, die seit Oktober vergangenen Jahres an akuter Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzellenspende benötigt. Ihre Familie hat die Typisierungsaktion im Kinoplex zusammen mit vielen Freunden und Unterstützern organisiert. Durch die Typisierung der Blutproben werden die Gewebemerkmale durch das Universitätsklinikum Münster bestimmt. Diese müssen bei Spendern und Empfängern genau übereinstimmen.

Die Chance, den „genetischen Zwilling“ zu finden, stehen jedoch oft eins zu einer Million. Jede weitere Spenderregistrierung erhöht somit die Chancen. „Einfacher kann man nicht zum Lebensretter werden“, betont Dr. Martin Tillmann, der gemeinsam mit Dr. Thorsten Müller und Artzhelferin Frauke Hibbeler für die professionellen Blutentnahmen sorgte.

Tatsächlich sind an diesem Tag viele überrascht, wie unkompliziert die Typisierung ist. Und auch eine mögliche Stammzellenentnahme sei völlig ungefährlich, versichert der Mediziner. Diese würde ebenfalls wie eine Blutentnahme ablaufen. Eine Operation oder gar eine Knochenmarkentnahme aus der Wirbelsäule, wie viele glaubten, sei nicht notwendig.

Auch Helma Emedi hatte zunächst Bedenken, was bei einer möglichen Stammzellenentnahme passieren könnte. Sie zögerte aber nicht lange und kam mit ihrem Mann ins Kinoplex, um sich Blut entnehmen zu lassen. „Wenn wir dadurch ein Leben retten können, muss man das einfach machen“, erklärt die Wilhelmshavenerin, während sie die Einwilligung zur Aufnahme in die Knochenmarkspender-Datei unterschreibt.

Das Schicksal von Inge Kramer habe ihr deutlich gemacht, dass es jeden treffen kann, vielleicht sogar einen Menschen aus der eigenen Verwandtschaft.

Familie Kramer ist beeindruckt von der Anteilnahme. Zudem haben viele Firmen und Privatpersonen bereits Geld gespendet, mit dem die Typisierungen finanziert werden können. Eine Untersuchung kostet die Institute 50 Euro. „Wir hätten nicht gedacht, dass sich so viele Menschen beteiligen“, freut sich der 28-jährige Sohn Marc Kramer. Dass seine Geschwister und er in diesen schweren Tagen wieder etwas lächeln können, liegt auch an der großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. „Das macht uns Mut. Vor allem meiner Mutter gibt es neue Kraft.“

Jetzt hoffen sie auf weitere Unterstützung. Am Sonnabend, 19. Januar, wird es ab 11 Uhr eine Benefizveranstaltung mit Live-Musik, Tanz, Theater und einer Versteigerung geben. Außerdem besteht von 11 bis 17 Uhr erneut Möglichkeit zur kostenlosen Typisierung.

Zudem sind die entsprechenden Röhrchen im Kinoplex und bei Teppich Kramer an der Möwenstraße erhältlich. Mit diesen kann sich jeder von seinem Hausarzt entsprechend für die Spenderregistrierung Blut entnehmen lassen.

Spendenkonto Förderverein AFK-WL: Sparkasse Münsterland Ost (Ohne Gewähr): Bankleitzahl 400 501 50; Kontonummer 150 068 10; Betreff: Stammzellenspende

146 Freiwillige ließen sich am Sonnabend in die Knochenmarkspender-Datei aufnehmen. Die Familie der an Leukämie erkrankten Inge Kramer hofft auf weitere Unterstützung.

VON STEPHAN GIESERS

Wilhelmshaven Ein kleiner Stich in den Arm, ein Pflaster, eine Unterschrift. „Das war‘s schon“, sagt Arzthelferin Frauke Hibbeler und zieht vorsichtig die Kanüle aus dem Arm von Antje Schoormann. Das Blut in Röhrchen Nr. 80 landet in der Kühlbox und mit Schoormann ein weiterer potenzieller Stammenzellenspender in der Kartei, die Leben bedeuten kann.

Die 25-Jährige war eine der vielen Freiwilligen, die sich am Sonnabend als mögliche Blutzellenspender im Foyer des Kinoplex registrieren ließen. „Das ist keine große Sache“, sagt sie. Aber vielleicht kann die junge Frau mit ihren Blutzellen einen Leukämiekranken vor den Tod bewahren.

Es könnte das Leben der Wilhelmshavenerin Inge Kramer sein, die seit Oktober vergangenen Jahres an akuter Leukämie erkrankt ist und dringend eine Stammzellenspende benötigt. Ihre Familie hat die Typisierungsaktion im Kinoplex zusammen mit vielen Freunden und Unterstützern organisiert. Durch die Typisierung der Blutproben werden die Gewebemerkmale durch das Universitätsklinikum Münster bestimmt. Diese müssen bei Spendern und Empfängern genau übereinstimmen.

Die Chance, den „genetischen Zwilling“ zu finden, stehen jedoch oft eins zu einer Million. Jede weitere Spenderregistrierung erhöht somit die Chancen. „Einfacher kann man nicht zum Lebensretter werden“, betont Dr. Martin Tillmann, der gemeinsam mit Dr. Thorsten Müller und Artzhelferin Frauke Hibbeler für die professionellen Blutentnahmen sorgte.

Tatsächlich sind an diesem Tag viele überrascht, wie unkompliziert die Typisierung ist. Und auch eine mögliche Stammzellenentnahme sei völlig ungefährlich, versichert der Mediziner. Diese würde ebenfalls wie eine Blutentnahme ablaufen. Eine Operation oder gar eine Knochenmarkentnahme aus der Wirbelsäule, wie viele glaubten, sei nicht notwendig.

Auch Helma Emedi hatte zunächst Bedenken, was bei einer möglichen Stammzellenentnahme passieren könnte. Sie zögerte aber nicht lange und kam mit ihrem Mann ins Kinoplex, um sich Blut entnehmen zu lassen. „Wenn wir dadurch ein Leben retten können, muss man das einfach machen“, erklärt die Wilhelmshavenerin, während sie die Einwilligung zur Aufnahme in die Knochenmarkspender-Datei unterschreibt.

Das Schicksal von Inge Kramer habe ihr deutlich gemacht, dass es jeden treffen kann, vielleicht sogar einen Menschen aus der eigenen Verwandtschaft.

Familie Kramer ist beeindruckt von der Anteilnahme. Zudem haben viele Firmen und Privatpersonen bereits Geld gespendet, mit dem die Typisierungen finanziert werden können. Eine Untersuchung kostet die Institute 50 Euro. „Wir hätten nicht gedacht, dass sich so viele Menschen beteiligen“, freut sich der 28-jährige Sohn Marc Kramer. Dass seine Geschwister und er in diesen schweren Tagen wieder etwas lächeln können, liegt auch an der großen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. „Das macht uns Mut. Vor allem meiner Mutter gibt es neue Kraft.“

Jetzt hoffen sie auf weitere Unterstützung. Am Sonnabend, 19. Januar, wird es ab 11 Uhr eine Benefizveranstaltung mit Live-Musik, Tanz, Theater und einer Versteigerung geben. Außerdem besteht von 11 bis 17 Uhr erneut Möglichkeit zur kostenlosen Typisierung.

Zudem sind die entsprechenden Röhrchen im Kinoplex und bei Teppich Kramer an der Möwenstraße erhältlich. Mit diesen kann sich jeder von seinem Hausarzt entsprechend für die Spenderregistrierung Blut entnehmen lassen.

Spendenkonto Förderverein AFK-WL: Sparkasse Münsterland Ost (Ohne Gewähr): Bankleitzahl 400 501 50; Kontonummer 150 068 10; Betreff: Stammzellenspende

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.