von norbert czyz

wilhelmshaven Es ist Nacht, gegen 3.30 Uhr. Weil Ingo Schneider und seine Frau bei offener Tür schlafen, können sie die Geräusche vor ihrem Haus hören. „Wir hörten Stimmen“, berichtete Schneider, der am Wattenring in Voslapp wohnt. Und weil vor genau fünf Wochen schon einmal Vandalen in der Nacht zu Montag durch die Siedlung zogen und die Mülleimer umgeworfen hatten, ahnt Schneider Schlimmes. Auf das „hast Du gehört“ seiner Frau hin springt er auf, packt die Brille, schlüpft in den Bademantel und in die Schlappen und eilt zur Haustür.

Draußen laufen Leute herum, seine Frau ruft von oben, „das sind Kinder“, Schneider: „Ruf die Polizei an“. In dem Moment, wo er durch die Scheibe der Haustür blickt, sieht Schneider, wie ein Jugendlicher versucht, eine Blume herauszuziehen, „einen Hochstamm“. Es sind vier junge Leute im Alter von 14, 15 Jahren. Einer von ihnen ist größer, ihn würde er, erklärt Schneider nachher der Polizei, wiedererkennen, wenn er sein Bild sähe.

Der Hausherr klopft gegen die Scheibe der Haustür, die drei Jugendlichen ergreifen die Flucht. Später ärgert sich Schneider, dass er das Treiben nicht länger beobachtet hat. Dann hätte er die Übeltäter besser beschreiben können.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die vier die Hecke von Nachbar Kurt Waculik schon herausgerissen. Der 82-Jährige Pensionär hatte die Hecke erst kürzlich für 2500 Euro einsetzen lassen. Dass ihm der Schaden von der Versicherung ersetzt wird, da hat er wenig Hoffnung. Waculik: „Es sieht schlimm aus. Wir sind so enttäuscht.“ Getroffen hat es, erzählt Waculik, noch weitere Nachbarn.

Was Ingo Schneider nicht versteht, ist: „Wie kann es angehen, dass 14- und 15-Jährige nachts um halb Vier auf der Straße sind?“ Was ihn zusätzlich gewundert habe: „Betrunken waren die nicht, die wirkten normal“.

Froh ist er jedenfalls, dass er offensichtlich in dieser Nacht dem Treiben ein Ende gemacht hat. Trotzdem ist der Schaden in dieser Nacht enorm.

Die Polizei meldet am Sonntag: Vier Gullideckel ausgehoben, Verkehrsschilder und eine Bank auf die Fahrbahn gestellt – ein Auto fuhr dagegen, Schaden entstand keiner. Umgeworfen, verschoben oder beschädigt wurden ein Müllcontainer, ein Anhänger, eine Windmühle, Blumenbank, Herbstdekoartikel usw.

Was Schneider bedrückt: In der Siedlung sei es leicht, unerkannt zu entkommen, zumal der Deichpatt in der Nähe sei. Das ist sozusagen der ideale Fluchtweg. Die Polizei bittet um Hinweise auf die Vandalen unter Tel. 04421/9420.

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