Bevor es ab Herbst abgerissen wird, wurde das ausgemusterte City-Bad noch einmal gefeiert. Zum Abschied kamen viele Tausend Besucher.

Von Hartmut Siefken

Wilhelmshaven Wer sich an diesem Wochenende sowohl das alte City-Bad als auch das neue Hallenbad „Nautimo“ betrachtet hat, der kann verstehen, wieso für das City-Bad der Abschied eingeläutet werden musste. Ein Bad muss heute einfach anders aussehen. Das City-Bad aber ist schlicht und einfach abgewetzt, mit bloßem Auge erkannte der Besucher an diesem Wochenende, wie sanierungsbedürftig es geworden ist. „Und die Technik im Keller muss man erst mal gesehen haben“, sagt Michael Veh, bis vor kurzem bei den Stadtwerken, der Betreiberin, für das Bad zuständig.

Natürlich war Veh bei der großen Abschiedsfete dabei, ebenso wie Heinz Willmann, Abteilungsleiter Sport und Kultur in der Stadtverwaltung, dem das Bad bis 2002 fast 20 Jahre unterstellt war. „Es hängen zwar viele Erinnerungen am City-Bad, dennoch bin ich froh, dass wir ein neues Bad bekommen haben“, sagt er.

An diesem Wochenende wurde so mancher City-Bad-Besucher noch einmal nass – schweißnass. Denn am Sonnabend Abend heizten mehrere Top-Bands dem Feten-Publikum ein. Annähernd 1000 Personen folgten der Einladung der Wohnungsbaugenossenschaft „Spar & Bau“, die zur Abriss-Fete eingeladen hatte; das Wohnungs-Unternehmen hat das Gelände des City-Bades gekauft und will auf ihm für rund 25 Millionen Euro einen Wohnpark errichten.

Im Schwimmbecken wurde ein Tanzboden eingebaut, der Beckenrand mit Geländern gesichert, im Kinderschwimmbecken war eine Bar eingerichtet. Die Bands führten das Publikum musikalisch durch die vergangenen 40 Jahre, Baccara, Limahl, die Flying Soul Toasters und Haddaway – die Hits kamen wie am Fließband – unterbrochen nur vom Feuerwerk, gezündet auf dem Dach des Anbaus. Eine mit großem Aufwand programmierte, farbenfrohe Laser-Show erfreute dann wieder in der Schwimmhalle das Auge.

Sonnabend und Sonntag fand auf dem Parkplatz des City-Bades ein nostalgischer Jahrmarkt statt. Viele Besucher genossen den weiten Blick vom Riesenrad, ein Kettenkarussell drehte sich, es gab eine historische Bademodenschau, Gaukler, Handwerker und Spielbudenbetreiber aus dem vorvergangenen Jahrhundert versetzten, historisch kostümiert, das Publikum in eine andere Zeit: Da gab es den Filzer und den Flohzirkus, das Murmelspiel und den Kerzenmacher.

„Spar & Bau“-Vorstandsvorsitzender Peter Hohmann und sein Vorstandskollege Dieter Wohler freuten sich, dass mit Hilfe des engagierten Event-Managements in so kurzer Zeit eine so große Fete organisiert werden konnte. Der Abriss des City-Bades werde noch im Herbst beginnen. Mit dem Baubeginn der neuen Wohnanlage sei im Sommer nächsten Jahres zu rechnen, erklärten sie.

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