Das Expoprojekt Dünenspielgarten war über Jahre in Vergessenheit geraten und drohte zu verfallen. Jetzt hat die Kindertagesstätte „Wiki Südstern“ den Dünenspielgarten gepachtet.

Von Walburg Dittrich

Wilhelmshaven Die Luft ist klar und frisch. Vogelgezwitscher ist das einzige Geräusch weit und breit. Es riecht nach frisch gemähtem Gras und ein wenig auch noch nach Farbe.

Der Dünenspielgarten am Banter See ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Wachgeküsst haben ihn die zwölf Kollegen vom Team der Kindertagesstätte „Wiki Südstern“ in einem Arbeitseinsatz. „Wir haben kräftig geschrubbt und die Hütten gestrichen“, erklärt Doris Bröcker, die Leiterin der Kita „Südstern“. „Bei der Pflege der Grünflächen erhalten wir Unterstützung von der GaQ (Gesellschaft für Arbeitsvermittlung und Qualifizierungsförderung).“

Die Idee, den Dünenspielgarten als Außengelände für die „Südstern“-Kinder zu nutzen hätten sie schon vor zwei Jahren gehabt, so Bröcker. Doch der Preis, den der Insolvenzverwalter für die beiden Holzhäuser veranschlagt hatte, sei ihnen zu hoch gewesen.

Dank einer Spende vom Eon-Kraftwerk in Höhe von 20 000 Euro (konnten die Häuser nun erworben werden. Für das Grundstück wird eine monatliche Pacht im zweistelligen Bereich an die Stadt gezahlt. „Allerdings mussten wir einen Pachtvertrag ohne Kündigungsfrist akzeptieren“, sagt Bröcker. Auch die Nutzung des Banter Sees sei ihnen vom Liegenschaftsamt untersagt worden – wegen der Altlasten.

Trotzdem sei der Dünenspielgarten gerade für die Kinder aus der Südstadt ein Paradies, meint Doris Bröcker. „Viele kennen gar keine Natur“, sagt die engagierte Erzieherin. Die Gruppen sollen anfangs wochenweise, später drei Wochen am Stück abwechselnd draußen sein, erläutert sie ihre Pläne. Die dafür anfallenden Transportkosten seien der dickste Brocken. „Zurzeit holen wir Kostenvoranschläge von diversen Transportunternehmen ein“, sagt Bröcker.

Zur Refinanzierung wolle man das Gelände samt der beiden Holzhäuser anderen Vereinen und Institutionen zur Verfügung stellen. Je mehr das Gelände genutzt werde, umso weniger „Fremdnutzung“ sei zu befürchten, sagt sie mit Blick auf diverse Gruppierungen, die bisher die abgeschiedene Lage des Dünenspielgartens für ihre Treffen genutzt haben. Die freien Termine wolle man langfristig der Öffentlichkeit bekannt geben. Gute Kontakte bestünden zur benachbarten Surfschule, deren Wiese die Kinder mitnutzen dürften. Ein Wald- oder reiner Naturkindergarten soll der Dünenspielgarten nicht werden. „Wir sind eine Bildungseinrichtung und vermitteln das Wissen an die Kinder auch hier draußen“, sagt die Kita-Leiterin. In diesem Jahr stehe zeitgeschichtliche Wissensvermittlung auf dem Programm, speziell das Mittelalter. Und ob die Kinder hier draußen nun ein Wikingerschiff bauen oder gemeinsam eine Seeräuber-Linsensuppe kochen – es gebe viele Möglichkeiten für praktische Wissensvermittlung.

„Wir hoffen Ende Mai endlich starten zu können“, sagt Doris Bröcker. Bis dahin gibt es noch genug zu tun.

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