Viele Wilhelmshavener haben die Hilfsaktion für Xirathes unterstützt. Die Initiatoren haben kürzlich das von der Brandkatastrophe betroffene griechische Dorf besucht.

Von Ursula Grosse Bockhorn

Wilhelmshaven Das Bild war düster, das sich Beate König-Horst und Dina und Jochen Bolles bot, als sie sich dem Dorf Xirathes näherten. Auf dem Weg von Megalopolis, wo sie am Vorabend zu später Stunde vom Bürgermeister der Gemeinde, Panagiotis Bouras, im Rathaus empfangen worden waren, in das Bergdorf konnten sie das ganze Ausmaß der Katastrophe erkennen.

Ringsum verbrannte Bäume. Dazu Schutt und Geröll als Spuren der Überschwemmung, die im Oktober und November die Region auf dem Peleponnes heimgesucht hat. Nur die neu aufstellten Strommasten hätten eine normale Farbe gehabt, beschreibt Jochen Bolles den Eindruck. Die Vernichtung der Olivenbäume habe den Bewohnern die Lebensgrundlage entzogen, hatte der Bürgermeister den Besuchern erläutert.

Als sie das verkohlte Eingangsschild sahen, war ihnen klar, dass sich das Feuer bis ins Dorf hineingefressen hatte. Als die Fremden einen Wohncontainer mit mehreren Küchen fotografierten, hätten vier Männer sie angesprochen, berichtet Bolles. Sie hätten erzählt, dass drei Häuser am Dorfrand völlig zerstört worden, Menschen aber nicht zu Schaden gekommen seien. Die Männer seien ganz überrascht gewesen, als sie von der Hilfsaktion in Deutschland erfuhren.

Im Dorfgemeinschaftshaus kamen die Besucher mit weiteren Männern zusammen. Auch sie wussten nichts von der Benefizaktion. Beim Verlassen des Hauses trafen die Wilhelmshavener Bürgermeister Bouras, der einen jungen Olivenbaum mitbrachte. Diesen sollten die Besucher symbolisch in der Mitte des Dorfes pflanzen. Denn nach Meinung des Bürgermeisters sollte die Spendensumme von 10 000 Euro für die Beschaffung neuer Olivenbäume verwendet werden.

Das aber fand nicht die Zustimmung der Dorfgemeinschaft, die sich am Abend im Dorfgemeinschaftshaus einfand und sich mächtig ins Zeug legte, um die Besucher zu bewirten. Wegen der verschütteten Zufahrtswege komme man gar nicht auf die Felder, erklärten die rund 40 bis 50 Anwesenden, die auch ihren Unmut über die fehlende Information zum Ausdruck brachten.

Sie stimmten einmütig dem Vorschlag der Initiatoren zu, ein Treuhandkonto auf den Namen „Xirathes“ einzurichten und drei Personen zu benennen, die gemeinsam verfügungsberechtigt sind. Aristomenis, einer der Dorfbewohner, bedankte sich im Namen des ganzen Dorfes bei den Wilhelmshavenern. Viele Menschen hätten nach der Brand- und Überschwemmungskatastrophe das Dorf besucht, doch außer Versprechungen sei dort nichts angekommen Es wurde vereinbart, weiter in Kontakt zu bleiben.

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